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Unwetter in Deutschland: Schlammlawine, geflutete Keller und Flugausfälle: Feuerwehr muss zu zahlreichen Einsätzen ausrücken

Schwere Gewitter, teilweise auch Unwetter haben am Mittwochabend in weiten Teilen Deutschlands gewütet. Nahe Jena sorgten die Wassermassen für eine Schlammlawine, in Berlin mussten zahlreiche Flüge gestrichen werden. Vielerorts war die Feuerwehr im Dauereinsatz.

Schlammlawine

In Gumperda bei Jena bildete sich infolge eines Unwetters eine Schlammlawine, auch in anderen Teilen Deutschlands hatte die Feuerwehr zahlreiche Einsätze zu erledigen

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In Teilen Deutschlands haben am Mittwoch teils heftige Unwetter und Gewitter gewütet. Es kam zu zahlreichen Flugausfällen und Überschwemmungen. Nahe Jena bahnte sich eine Schlammlawine ihren Weg durch einen kleinen Ort. 

Die Schlammlawine hatte sich am Mittwochnachmittag infolge eines Unwetters durch das Dorf Gumperda nahe Jena ergossen. Nach Angaben der Feuerwehr flossen Teile von Feldern einer Hanglage durch den Ort. Die Straße stand im Dorf rund 20 Zentimeter, stellenweise sogar bis zu einem halben Meter unter Wasser und Schlamm. Die Feuerwehr beseitigte den Schlamm mit schwerem Gerät und rund 20 Einsatzkräften. Auch einige vollgelaufene Keller mussten ausgepumpt werden. Ein Sprecher sagte, bei schweren Regenfällen sei in dem Ort schon mehrfach zu ähnlichen Schlammlawinen gekommen.

Schlammlawine, Flugausfälle, Überschwemmungen

Am Flughafen Berlin Tegel mussten 48 Flüge gestrichen werden, wie ein Flughafensprecher am Abend der Deutschen Presse-Agentur sagte. Konkret seien es 24 Starts und 24 Landungen gewesen. Neben dem schlechten Wetter in der Hauptstadt seien auch zum Teil Unwetter in Spanien Ursache gewesen. Weitere Flüge verspäteten sich zum Teil erheblich. In Tegel gibt es pro Tag etwa 500 Starts und Landungen. Am Flughafen Schönefeld wurden zwar keine Flüge gestrichen, hier wurde aber die Abfertigung am Abend für eine halbe Stunde eingestellt. Grund war die Gefahr von Blitzeinschlägen. Dadurch kam es ebenfalls zu einigen Flugverspätungen.

In Schwerin sorgte am Mittwochabend ein kräftiger Gewitterschauer mit Hagel für erhebliche Verkehrsbehinderungen und einen Dauereinsatz der Feuerwehren. Wie tags zuvor in Rostock gingen in kurzer Zeit große Regenmengen nieder. Straßen wurden überflutet, aus Gullydeckeln sprudelte das Wasser. Die Einsatzkräfte mussten vollgelaufene Keller leerpumpen. In vielen Gebäuden stand das Wasser kniehoch.

Temperaturen sinken demnächst

Auch in der Pfalz gab es teilweise Gewitter mit Platzregen und starken Windböen. In Ludwigshafen liefen mehrere Keller mit Wasser voll. Ein Polizeisprecher sagte, dass größere Äste von Bäumen gebrochen und heruntergestürzt seien. Die Feuerwehr sprach von mehr als 70 Notrufen und 18 Einsätzen. Laut Polizeisprecher dauerte das Gewitter gerade einmal 25 Minuten.

Ebenso in Dresden und Hamburg gab es im Laufe des Mittwochs Unwetter. In der sächsischen Landeshauptstadt stürzte ein Baum auf mehrere Fahrzeuge. Menschen wurden bei dem Gewitter in der Stauffenbergallee im Norden der Stadt nicht verletzt, sagte ein Sprecher der Dresdner Polizei. Vier Autos und ein Motorroller seien beschädigt worden. Das Unwetter sei sehr lokal gewesen, an anderen Stellen in der Stadt habe man davon gar nichts bemerkt, erklärte der Sprecher weiter.

Im Norden sollte sich die Wetterlage am Donnerstag wieder normalisieren. Im Süden Deutschlands bleibt es noch bis Samstag recht warm, von Sonntag – spätestens Montag – an fallen die Temperaturen deutlich.

Das Wetter in Deutschland im Live-Tracker

Im nachfolgenden Live-Tracker können Sie in Echtzeit verfolgen, wie sich das Wetter in Deutschland entwickelt. Die Menü-Anzeige oben rechts in der Grafik bietet verschiedene Anzeige-Optionen, darunter: 

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Am Fuß der Karte ist wiederum eine Animation mit dem prognostizierten Wetterverlauf verfügbar. Diese wird mit einem Klick auf den "Play-Button" gestartet. Darüber hinaus zeigt der Klick auf einen Städtenamen weitere Details. 

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deb / DPA