VG-Wort Pixel

Tödliche Schlammlawine Dammbruch mit 58 Toten in Brasilien: TÜV Süd bestreitet Mitschuld

Nach dem verheerenden Dammbruch in der brasilianischen Stadt Brumadinho steigt die Zahl der Toten. Mehr als 30 Menschen seien durch das Unglück ums Leben gekommen, teilten die Rettungskräfte am Samstag mit. 23 Personen seien in Krankenhäuser gebracht worden.
Dem Dammbruch am Freitag war eine riesige Schlammlawine gefolgt, die um die Mittagszeit unter anderem die Cafeteria einer Eisenerzmine erfasste, wo sich um diese Zeit viele der 300 Mitarbeiter aufhielten.
"Ich hörte einen Krach da hinten und ich fragte mich, was das wohl sein könnte. Und dann kamen diese Massen herunter, ein Berg aus Bäumen und Wasser. Erst dann habe ich erkannt, dass der Damm gebrochen war.
Die Mine im Bundesstaat Minas Gerais gehört dem Bergbaukonzern Vale. Die Unglücksursache ist noch unklar.
Rund 300 Personen werden noch vermisst. Die Chance, weitere Überlebende zu finden sei minimal, so der Gouverneur des Bundesstaates.
Am Samstag besuchte Staatspräsident Jair Bolsonaro das betroffene Gebiet.
Ein Sprecher des TÜV Süd sagte unterdessen, das deutsche Unternehmen habe den Damm im September überprüft und keine Auffälligkeiten festgestellt. Schäden seien damals nicht gefunden worden. Der TÜV Süd werde die Untersuchungen unterstützen und alle nötigen Dokumente zur Verfügung stellen.
Mehr
Nach dem Dammbruch in Brasilien melden die Behörden 58 Tote - mehr als 300 Menschen werden noch vermisst. Auf den Minen-Konzern Vale kommen nun Kosten in Millionenhöhe zu. Und auch der TÜV Süd muss sich rechtfertigen.

Die Hoffnung schwindet, doch die Suche geht weiter: Nach dem Dammbruch an einer Eisenerzmine in Brasilien ist die Zahl der bestätigten Todesopfer auf 58 gestiegen. 305 weitere Menschen wurden noch vermisst, wie die Zivilschutzbehörde am Sonntag mitteilte. Der TÜV Süd hatte die Dämme erst im vergangenen Jahr geprüft, wie das Unternehmen in München auf Anfrage bestätigte.

Bei der Inspektion im September seien "nach unserem momentanen Kenntnisstand keine Mängel festgestellt" worden, sagte ein Unternehmenssprecher in Deutschland auf AFP-Anfrage. "Wir werden die Ermittlungen vollumfänglich unterstützen und den Ermittlungsbehörden alle benötigen Unterlagen zur Verfügung stellen", teilte der TÜV Süd mit.

Suche nach Überlebenden kurzzeitig unterbrochen

Die Zahl der Toten dürfte noch weiter steigen. "Es sind viele Vermisste. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie tot sind, ist erheblich gestiegen", sagte der Minister für regionale Entwicklung, Gustavo Canuto. Am Sonntag konnten die Rettungskräfte keine Überlebenden bergen. 

Rund 200 Feuerwehrleute und 13 Hubschrauber waren an den Such- und Bergungsarbeiten nahe der Ortschaft Brumadinho im Bundesstaat Minas Gerais beteiligt. Israel schickte 130 Soldaten und 16 Tonnen Material an die Unglücksstelle, um bei den Such- und Bergungsarbeiten zu helfen. Am Sonntag wurde die Suche vorübergehend eingestellt, weil ein zweiter Damm zu brechen drohte.

Brasiliens Justiz friert Milliarden auf Konten ein

Der Damm an der Mine des brasilianischen Bergbaukonzerns Vale war am Freitag gebrochen. Eine Schlammlawine war über Teile der Anlage und benachbarte Siedlungen hinweggerollt. Wie es genau zu dem Unfall kam, sei noch unklar, sagte Vale-Präsident Fábio Schvartsman. Er sprach von einer "fürchterlichen Tragödie".  Insgesamt ergossen sich nach Angaben von Vale rund zwölf Millionen Kubikmeter Schlamm über die Anlage und die nahe liegenden Siedlungen.

Das Umweltministerium kündigte eine Strafe in Höhe von 250 Millionen Reais (58 Mio Euro) gegen den Konzern an. Die Justiz hatte am Sonntag umgerechnet insgesamt drei Milliarden Dollar (2,6 Milliarden Euro) auf den Konten des Minenbetreibers Vale eingefroren. Die Staatsanwaltschaft in dem Bundesstaat Minas Gerais teilte am Sonntag mit, sie habe zusätzliche fünf Milliarden Real (1,2 Milliarden Euro) am Samstagabend blockiert.

Die Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung ein, um die Verantwortlichen für das Unglück zu ermitteln. "Wir tun alles, um die Sicherheit und Stabilität der Dämme sicherzustellen", sagte Vale-Chef Schvartsman in einer Erklärung.

sos DPA AFP

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker