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Rückruf Illegal im Handel: Behörde warnt vor Corona-Schnelltests aus dem Supermarkt

Corona-Schnelltest
Corona-Schnelltest aus dem Supermarkt? Eine Kölner Behörde rät eindringlich ab. Der Grund: Für die Anwendung braucht es medizinisches Personal - wie auf diesem Bild zu sehen ist.
© Ergin Yalcin / Getty Images
Corona-Schnelltests vor dem Weihnachtsfest boomen. Selbst in Supermärkten oder Tankstellen werden solche Tests aktuell angeboten. Die Bezirksregierung Köln warnt eindringlich vor dem Kauf.

Weihnachten naht, aber die Vorfreude aufs Wiedersehen mit der Familie ist überschattet von den hohen Corona-Infektionszahlen. Viele setzen daher vor dem Fest auf Schnelltests. Mancherorts konnten solche zuletzt sogar in Supermärkten oder an der Tankstelle erworben werden - dort haben sie aber nichts zu suchen. Die Bezirksregierung Köln hat jetzt einen Riegel vorgeschoben und ruft die Antigen-Schnelltests zurück. Demnach seien die Tests von einem Unternehmen aus Frechen illegal bundesweit in den Handel gebracht und Laien zugänglich gemacht worden. 

Das Problem: Werden die Schnelltests nicht sachgemäß durchgeführt, die Stäbchen beispielsweise nicht tief genug bei der Probenentnahme in Rachen oder Nase eingeführt, kann das zu fehlerhaften Testergebnissen führen. Die Tests seien zwar funktionsfähig, betont die Behörde, die Entnahmen sollten aber ausschließlich von medizinischem Fachpersonal vorgenommen werden. Die Behörde rät "eindringlich" vor dem Kauf und dem Test in Eigenregie ab und warnt vor "katastrophalen Infektionslagen", denn falsche negative Tests könnten eine vermeintliche Sicherheit suggerieren. Auch eine Verletzungsgefahr durch laienhafte Durchführung sei nicht auszuschließen. 

Diese Produkte werden zurückgerufen:

  • Covid-19 Ag Test des Herstellers nal von minden GmbH
  • blnk Novel Coronavirus (SARS-CoV-2) Antigen Rapid Test Cassette (Swab) des Herstellers Hangzhou Realy Tech Co., Ltd

Rückruf von Covid-19-Schnelltests

Aufmerksam wurde die Behörde auf den Handel mit den Schnelltests durch ein Fax. "Der Bezirksregierung Köln ist ein Werbefax der Firma zugeschickt worden", erzählt die Pressesprecherin der Behörde, Vanessa Nolte, dem stern. Aktuell geht die Bezirksregierung davon aus, dass die Schnelltests an 4000 bis 4500 Kunden in ganz Deutschland geliefert wurden, die diese nicht hätten erhalten dürfen. Das ergab eine Durchsuchung der Geschäfts- und Privaträume des Unternehmers aus Frechen, welche die Behörde gemeinsam mit der Kriminalpolizei Hürth und dem zuständigen Ordnungsamt durchgeführt habe. Die Kundenliste die dabei sichergestellt wurde, umfasst insgesamt 5700 Kunden bundesweit.

Wie viele Tests insgesamt illegal in den Handel gelangt sind, ist bisher nicht bekannt. "Das wird ermittelt", sagt Nolte. Laut Behörde würden noch immer Schnelltests "teilweise offen und aus der Originalgroßverpackung herausgenommen auf dem Verkaufstisch angeboten", ist in der Mitteilung der Behörde zu lesen. Auch das ist problematisch. Denn die zugehörige Tinktur komme in einem großen Behälter pro Paket und nicht etwa pro Test einzeln dosiert. Wie und ob diese Tinktur mit den Tests verkauft wurde, ist noch nicht bekannt.

Die Bezirksregierung habe inzwischen den Verkauf per Ordnungsverfügung untersagt und gleichzeitig ein Zwangsgeld in Höhe von 5000 Euro für jeden Fall der Zuwiderhandlung angedroht. "Das Zwangsgeld kann für jeden unberechtigten Verkauf nach dem 10. Dezember festgesetzt werden", so Nolte. Dem Unternehmer droht nun für den Verkauf außerhalb des erlaubten Personenkreis ein Bußgeld von bis zu 30.000 Euro.

Impfpakete übers Telefon bestellen?

Nicht nur der Unternehmer aus Frechen versucht mit der Angst vor einer Covid-19-Infektion das große Geld zu machen. Gewarnt wird derzeit auch vor Anrufern, die übers Telefon erste Corona-Impfstoffpakete verkaufen wollen. Am Montagnachmittag hatten solche Betrüger versucht einer Bonner Seniorin ein solches Paket für den Preis von 6000 Euro anzudrehen. Die Seniorin alarmierte die Polizei. Die Beamten nahmen einen vermeintlichen Geldabholer in Empfang, als der zur Wohnung der Seniorin kam. Kein Einzelfall. Wie die Bonner Polizei bekannt gab, hatte es zuletzt mehrere ähnliche Betrugsversuche gegeben.

tpo

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