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Schuhhersteller: Birkenstock kündigt: Bald gibt's bei Amazon keine Sandalen mehr

Bei Amazon gibt es eigentlich fast alles zu kaufen. Wer sich jedoch für Produkte von Birkenstock interessiert, wird künftig nicht mehr fündig: Der Schuhhersteller kündigte seinen Vertrag mit dem Online-Versandhaus.

birkenstock - amazon

Diese Schuhe wird es künftig nicht mehr bei Amazon geben: Birkenstock beendet die Zusammenarbeit mit dem Online-Versandhaus.

Mit seinen Sandalen und Schuhen beliefert Birkenstock fast allen Ländern, doch im größten Online-Versandhaus der Welt werden die Produkte bald nicht mehr überall erhältlich sein. Wie die "Bild am Sonntag" berichtet, hat Birkenstock den Vertrag mit Amazon gekündigt, ab dem 1. Januar 2018 sollen die Schuhe nicht mehr in Europa ausgeliefert werden. Bereits im Sommer 2016 hat die Firma die Belieferung von Amazon in den USA eingestellt.

Das Boulevardblatt beruft sich auf ein Schreiben der Geschäftsführung an die rund 3500 Mitarbeiter. Als Grund für diese harte Maßnahme werden Markenrechtsverletzungen genannt. Demnach sind auf Amazon deutlich günstigere Birkenstock-Kopien erhältlich. Ein großes Problem für Hersteller von Markenartikeln.

Birkenstock wirft Amazon vor, wegzuschauen

Das "Angebot von Produktfälschungen" bei Amazon widerspreche einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit, zitierte das Blatt aus dem Schreiben. "Der weltweit größte Online-Händler ist nicht mit dem nach unseren Maßstäben erforderlichen Engagement an einer vertrauensvollen Beziehung und dem Schutz unserer Kunden vor Irreführung und Täuschung interessiert", so das ernüchternde Fazit. 

Insgesamt sind im Angebot des amerikanischen Onlinehändlers Millionen von Produkten erhältlich. Allerdings werden auf angeschlossenen Plattformen wie Amazon Marketplace, wo unabhängige Händler Produkte verkaufen, immer wieder Fälschungen angeboten. Der US-Konzern stellte zwar klar, dass der Verkauf gefälschter Produkte dort laut Teilnahmebedingungen nicht erlaubt sei. Doch bislang konnte es Amazon jedoch nicht verhindern. Birkenstock wirft der Handeslplattform vor, wegzuschauen.

Der in Neustadt (Wied) ansässige Schuhhersteller hat im zurückliegenden Geschäftsjahr einen Umsatz von 750 Millionen Euro erwirtschaftet. Rund 10 Prozent davon im Internet. Dass der Abbruch der Geschäftsbeziehungen mit Amazon negativen Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung haben könnte, glaubt Birkenstock nicht. Der Schritt sei notwendig, um "den langfristigen Wert unserer Marke zu sichern", wie es in dem Schreiben heißt. Die berühmten Birkenstock-Sandalen wird es aber weiterhin im eigenen Online-Shop geben.


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