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Deutsches Bildungssystem: Nicht fit für die Zukunft

Vom Kindergarten bis zur Hochschule: Die Leistungen des deutschen Bildungswesens sind nach Ansicht des Instituts der deutschen Wirtschaft aus Köln unzureichend.

Vom Kindergarten bis zur Hochschule: Die Leistungen des deutschen Bildungswesens sind nach Ansicht des Instituts der deutschen Wirtschaft aus Köln unzureichend. Sie werden den Herausforderungen einer Wissensgesellschaft nicht gerecht, heißt es in einer Instituts-Studie, die 9. Juli in Berlin vorgestellt wurde.

Im Vergleich zu 20 anderen Industriestaaten würden deutsche Kinder im Kindergarten zu wenig gefördert. Im weiteren Verlauf des Bildungsweges gebe Deutschland mit 8.900 Euro pro Schüler in der Sekundarstufe 2 fast 40 Prozent mehr aus als im Schnitt der betrachteten Länder. Trotzdem würde nur ein Drittel eines Jahrgangs das Abitur machen, hingegen 57 Prozent in anderen OECD-Staaten.

Die Zahl der Studienanfänger sei deshalb hier zu Lande relativ gering, was die künftige Versorgung der Arbeitsmärkte mit hoch qualifizierten Absolventen gefährde. Auch sei die Vergabe von Studienplätzen zu bürokratisch und seien die Studienzeiten zu lang.

Jährlich bewerben sich 290.000 Ausländer auf einen Studienplatz

Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) warnte davor, den Bund aus der Hochschulbau-Finanzierung zu entlassen. HRK-Präsident Klaus Landfried wies das Angebot der Bundesregierung zurück, den Hochschulbau allein den Ländern zu überlassen und dafür die Finanzierung großer Forschungsinstitute voll zu übernehmen.

"Die Länder sind schon jetzt - mit Unterstützung des Bundes - nicht mehr in der Lage, alle nötigen Investitionen auszuführen", sagte Landfried nach der 200. HRK-Sitzung. Bislang finanzieren Bund und Länder den Bau und die Sanierung von Hochschulgebäuden je zur Hälfte.

Die Hochschulrektoren beschlossen zudem, zum Wintersemester 2004/5 eine Servicestelle zur Prüfung und Bewertung von Abiturzeugnissen von Studienbewerbern aus dem Ausland einzurichten. Das könne den Zulassungsprozess vereinfachen und beschleunigen, so Landfried. Jährlich bewerben sich nach HRK-Angaben 290.000 Ausländer auf einen Studienplatz in Deutschland.