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Infografik: In diesen Ländern ist der Anteil von Frauen in Top-Positionen am höchsten

In Deutschland ist seit Anfang Januar eine Geschlechterregelung in Kraft, die es Frauen leichter machen soll, in Führungsgremien aufzusteigen. Im weltweiten Vergleich hat Deutschland einigen Aufholbedarf. 

Nur in Frankreich und Norwegen beträgt der Anteil von Frauen in Aufsichtsräten und Vorständen mehr als ein Drittel.

Nur in Frankreich und Norwegen beträgt der Anteil von Frauen in Aufsichtsräten und Vorständen mehr als ein Drittel.

Um die Anzahl von Frauen in Führungspositionen zu erhöhen, haben viele Staaten verpflichtende Quoten eingeführt. In Norwegen trat eine solche Vorschrift für börsennotierte Unternehmen 2008 in Kraft. Dort ist das vorgeschriebene Soll von 40 Prozent von Frauen in Vorständen erreicht und Norwegen somit an erster Stelle im weltweiten Vergleich, wie die Grafik von Statista zeigt.

In Deutschland waren im Jahr 2015 laut einer Erhebung des Finanzdienstleisters MSCI 20 Prozent der Führungsposten von Frauen besetzt. Das ist ein Plus von drei Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Am Ziel ist Deutschland allerdings nicht: Die seit Januar 2016 geltende sogenannte Geschlechterquote schreibt vor, dass 30 Prozent der neu zu besetzenden Verwaltungs- und Aufsichtsratsposten in den 100 größten deutschen Unternehmen an Frauen gehen sollen.

Zudem sind laut Familien- und Frauenministerium etwa 3500 weitere deutsche Unternehmen verpflichtet, "sich eigene Zielgrößen zur Erhöhung des Frauenanteils in Aufsichtsräten, Vorständen und obersten Management-Ebenen zu setzen." Die vom Gesetzgeber festgeschriebene Quote gilt also nur für die ganz großen Aktiengesellschaften.

Im weltweiten Vergleich schneiden die USA mit 16 Prozent Frauen in den Vorständen und Aufsichtsräten bescheidener ab. Allerdings gibt es dort keine verpflichtenden Regelungen. In Japan und Korea ist die Beteiligung von Frauen mit jeweils nur drei bzw. zwei Prozent sehr gering - auch dort gibt es keine gesetzlichen Mindestanforderungen.