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Nach Sexismus-Vorwürfen: Engster Vertrauter von Uber-Chef Travis Kalanick geht

Die Entlassungswelle beim Fahrgastvermittler Uber hat nun auch die Chefetage erreicht. Die Nummer zwei des Unternehmens, Emil Michael, hat am Sonntag seinen Schreibtisch geräumt. Über die Hintergründe seines Abgangs wird bislang geschwiegen.

Ein Schild weist einen Uber Pick-Up-Point am Flughafen in New York aus

Mehr als 20 Uber-Mitarbeiter wurden im Rahmen der internen Streitigkeiten bereits entlassen

Der US-Fahrdienstvermittler Uber steckt in einer tiefen Krise. Nach einer Reihe von Entlassungen und internen Ermittlungen wegen Sexismus- und Diskriminierungsvorwürfen hat nun auch Vize-Chef Emil Michael die Firma verlassen. Sonntag sei sein "letzter Tag bei Uber gewesen", schrieb Michael in einer E-Mail an die Beschäftigten, aus der die "New York Times" am Montag zitierte. Michael galt als enger Vertrauter von Uber-Chef Travis Kalanick.

Details zu den Gründen für den Abgang des ranghohen Firmenvertreters wurden nicht bekannt. Michael wird indes zur Last gelegt, für die von vielen Mitarbeitern als aggressiv und sexistisch empfundene Unternehmenskultur mit verantwortlich zu sein. Erst vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass Uber nach einer Reihe von internen Beschwerden 20 Mitarbeiter feuerte. Die Vorwürfe reichten von Diskriminierung und Schikane bis zur sexuellen Belästigung.

Auch Uber-Chef Travis Kalanick könnte es bald treffen

Schon Anfang des Jahres verlor Uber eine Reihe ranghoher Mitarbeiter. Außerdem steht Kalanick in der Kritik. Medienberichten zufolge wird derzeit über eine Auszeit des Firmenchefs nachgedacht. Wie aus informierten Kreisen verlautete, wollte Uber zudem am Dienstag nach internen Untersuchungen eine Reihe von Empfehlungen präsentieren, um die Skandale hinter sich zu lassen.



sve / AFP