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Travis Kalanick unter Druck Uber zieht Konsequenzen aus Sexismus-Ermittlungen

Uber-Chef Travis Kalanick
Uber-Chef Travis Kalanick steht nicht nur wegen seiner aggressiven Firmenkultur in der Kritik
© Robert Schlesinger/Picture Alliance
Die Sexismus-Ermittlungen bei Uber schlagen große Wellen: Mitgründer und Chef Travis Kalanick könnte das Unternehmen verlassen, einige Kollegen mussten bereits gehen. Und dann steht noch ein neuer Skandal vor der Firmentür.

Der Verwaltungsrat von Uber hat eine lange Nacht hinter sich: Lange Stunden der Beratung liegen hinter den Managern, die nach der Untersuchung zu Vorwürfen von Sexismus und Diskriminierung ein Paket von Gegenmaßnahmen beschlossen haben.

Die Vorschläge der Untersuchungskommission unter Leitung des früheren US-Justizministers Eric Holder seien einstimmig verabschiedet worden, erklärte das Unternehmen nach den Beratungen. Ihr Inhalt solle aber zunächst am Dienstag der Belegschaft vorgestellt werden.

Uber-Chef Travis Kalanick könnte freigestellt werden

Am Sonntag hatte es in Medienberichten geheißen, Uber-Chef Travis Kalanick könne für mehrere Monate beurlaubt werden. Das "Wall Street Journal" schrieb auch, der Top-Manager Emil Michael, ein enger Vertrauter Kalanicks, könnte den Hut nehmen. Michael stand bereits in der Kritik, seit er 2014 in einem vermeintlich vertraulichen Gespräch darüber fantasiert hatte, wie man das Privatleben einer kritischen Journalistin ausforschen könnte.

Uber und Kalanick gerieten in den vergangenen Wochen immer stärker unter Druck. Das wegen seiner aggressiven Firmenkultur und Wachstumsstrategie in die Kritik geratene Unternehmen musste eine tiefgreifende Untersuchung einleiten, nachdem eine ehemalige Software-Entwicklerin von sexuellen Belästigungen und Diskriminierung berichtete. Unter anderem schrieb sie, ein Vorgesetzter habe Sex von ihr gewollt - und sei unbestraft geblieben, nachdem sie das gemeldet habe. Die Ermittlungen wurden vom ehemaligen Justizminister Holder geleitet, der heute bei einer Anwaltskanzlei arbeitet. In einem ersten Schritt waren rund 20 Mitarbeiter entlassen worden.

Eine weitere Klage gegen Uber kommt von Google

Ärger gibt es auch von einer anderen Seite: Die Google-Schwesterfirma Waymo wirft Uber in einer Klage vor, bei ihr gestohlene Roboterwagen-Technologie zu nutzen. Der Chef des Roboterwagenprogramms bei Uber, Anthony Levandowski, der früher bei Google gearbeitet hatte, wurde entlassen. 

Mitgründer und Chef Kalanick musste sich zudem rechtfertigen, nachdem ein Video veröffentlicht worden war, in dem er hitzig mit einem Uber-Fahrer diskutierte. Kalanick versprach danach, künftig erwachsener zu agieren und in den vergangenen Monaten wurde nach einer starken Nummer zwei für ihn gesucht. Kalanick durchlebt gerade zudem eine persönliche Tragödie: Seine Mutter starb vor wenigen Wochen bei einem Bootsunfall, sein Vater wurde dabei schwer verletzt.

sve DPA

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