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"Equal Pay Day" Gewerkschaften und Opposition fordern Lohngleichheit per Gesetz


Frauen bekommen weniger Lohn als Männer, auch bei gleicher Ausbildung und Arbeit. Gewerkschaften fordern ein Ende der Ungleichbehandlung per Gesetz - und bekommen Unterstützung von der Opposition.

In der Debatte um die ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen sehen die Opposition, Gewerkschaften und Sozialverbände jetzt die Regierung in der Verantwortung. "Ungleiche Bezahlung ist keine Privatangelegenheit einzelner Frauen, sondern es ist eine Frage, wie diese Gesellschaft das regelt", sagte #Link;http://www.stern.de/politik/deutschland/peer-steinbrueck-90250603t.html;SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück# am Donnerstag in Berlin.

Steinbrück verwies auf den Gesetzentwurf seiner Partei zur Entgeltgleichheit, der an diesem Freitag im Bundestag zur Abstimmung steht. "Wenn es nach mir und der SPD geht, ist nächstes Jahr diese Veranstaltung nicht mehr notwendig", sagte er auf der Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Deutschen Frauenrates und Sozialverbandes Deutschland anlässlich des "Equal Pay Day". Der Tag soll den Zeitpunkt markieren, bis zu dem Frauen über den Jahreswechsel hinaus zusätzlich arbeiten müssten, um auf das durchschnittliche Jahresgehalt der Männer zu kommen.

Betriebe verpflichten, Entgeltpraxis zu überprüfen

Auch DGB-Vize Ingrid Sehrbrock forderte eine gesetzliche Regelung: Weil sie es nicht selbst täten, müssten Betriebe dazu verpflichtet werden, ihre Entgeltpraxis zu überprüfen. Zudem müssten die Berufe, in denen überwiegend Frauen beschäftigt seien, ordentlich bezahlt werden. Es sei kein guter Ratschlag zu sagen, Frauen sollten dann eben andere Berufe wählen.

#Link;http://www.stern.de/politik/deutschland/kristina-schroeder-91194025t.html;Bundesfamilienministerin Kristina Schröder# (CDU) sagte, die Gewerkschaften sollten sich "nicht so einseitig wie bisher am typisch männlichen Lebensmodell mit Vollzeitarbeit orientieren". Für eine geschlechtergerechte Lohnfindung seien zunächst die Tarifpartner gefordert. Lösungen müssten auf die Branchenunterschiede zugeschnitten sein.

Das Statistische Bundesamtes hatte für 2012 eine Lohndifferenz zwischen Männern und Frauen von 22 Prozent errechnet. Diese Lücke hat sich seit 2006 kaum verändert. Zwei Drittel der Differenz seien auf strukturelle Gründe zurückzuführen - schlechter bezahlte Berufe, Teilzeitarbeit und niedrigere Führungsstufen.

DPA DPA

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