Aktionäre Wella folgt dem Ruf nach einer Hauptversammlung


Die Minderheitsaktionäre am Kosmetikhersteller Wella haben sich mit ihrer Forderung nach einer außerordentlichen Hauptversammlung durchgesetzt.

Die Minderheitsaktionäre kritisieren die Modalitäten bei der Übernahme von Wella durch den US-Konzern Procter & Gamble und setzten sich mit ihrer Forderung nach einer Aktionärsversammlung duch. Diese soll, wie Wella am Montag in Darmstadt berichtete, am 3. Februar 2004 stattfinden. Fünf Investmentfonds, die zusammen neun Prozent des Wella-Kapitals halten, hatten am 10. November die außerordentliche Hauptversammlung gefordert. Die Kritiker sind verärgert über die Höhe der bei der Wella-Übernahme von P & G gebotenen Abfindung. Nun wollen sie nach eigener Darstellung Vorstandschef Heiner Gürtler das Vertrauen entziehen und eine Sonderprüfung des Unternehmens durchsetzen.

Sorgen über die Richtung

Es gebe Sorgen "über die Richtung, in welche die bereits begonnenen Integrationsinitiativen des neuen Großaktionärs Procter & Gamble weisen", hatten die Minderheitsaktionäre erklärt. Wella bezeichnete die Kritik am Montag als unberechtigt und unangemessen. Der Vorstand habe sich zu jeder Zeit für das Unternehmen, seine Aktionäre und seine Mitarbeiter eingesetzt.

Weniger Geld für Vorzugsaktien

P & G hatte die Mehrheit an dem Haarpflegekonzern von der Wella-Eigentümerfamilie übernommen. Ihr wurde je Stammaktie 92,25 Euro gezahlt. Den Inhabern von Vorzugsaktien wurden dagegen 65 Euro je Anteilsschein geboten. Dies wurde von einem Teil der Aktionäre als zu niedrig abgelehnt. Die Kritiker der Übernahme halten Berichten zufolge noch etwa 20 Prozent des Grundkapitals von Wella.

DPA

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