HOME

Börse: TUI in der Krise

Konjunkturkrise und Flaute der Reisebranche haben dem Tourismusriesen TUI 2002 spürbare Einbußen bei Umsatz und Gewinn beschert. Die Dividende bleibt aber stabil.

Wegen der Flaute in der Reisebranche hat Europas größter Touristikkonzern TUI im vergangenen Jahr kräftige Rückgänge bei Umsatz und Gewinn verzeichnet. Das Unternehmen will aber nach Angaben vom Mittwoch die Dividende mit 77 Cent stabil halten. Wegen der Irak-Krise und anhaltend unsicherer Entwicklung der Weltwirtschaft blickt der Konzern abwartend auf 2003. Eine «belastbare Prognose» für das operative Geschäft 2003 sei nicht möglich. Die Reisebuchungen lägen in den wichtigen Märkten Deutschland und Großbritannien bisher unter dem ohnehin schwächeren Niveau 2002.

Wegen der

ausstehenden Genehmigung der Ruhrgasübernahme durch E.ON muss sich der TUI-Vorstandsvorsitzende Michael Frenzel von seiner Prognose verabschieden, mit Hilfe von Erlösen aus Firmenverkäufen an das Nachsteuer-Ergebnis von 411,3 Millionen Euro des Jahres 2001 «heranzureichen». Der weltgrößte Tourismuskonzern nannte als Ergebnis vor Steuern und Goodwill-Abschreibungen 600 Millionen Euro nach 800 Millionen Euro 2001. Entsprechend niedriger wird auch der Konzern-Überschuss ausfallen.

Der Umsatz

im vergangenen Jahr lag nach vorläufigen Berechnungen mit rund 20 Milliarden Euro um mehr als zehn Prozent unter dem des Rekordjahres 2001 mit 22,4 Milliaren Euro. Bereinigt um Firmenverkäufe liegt das Minus aber nur bei drei bis vier Prozent. In diesem Rahmen dürfte sich auch der Rückgang der Touristik-Sparte bewegen. Zur Ergebnissicherung im laufenden Jahr soll ein neues Programm zur Kostensenkung von 111 Millionen Euro aufgelegt werden.

In der laufenden Wintersaison liegen die Tourismus-Umsätze laut TUI etwa auf dem Niveau des Vorjahres, das bereits durch die Folgen der Terroranschläge am 11. September beeinträchtigt worden war. Im Gegensatz zu hohen Zuwächsen in kleineren Märkten seien die Buchungen in Deutschland und Großbritannien schwächer. Dagegen sei die Billig- Fluglinie Hapag-Lloyd Express mit bisher 350 000 Buchungen «sehr erfreulich» und besser als erwartet gestartet.

Unterdessen gab

TUI den Verkauf des Auslandsgeschäfts ihrer bisherigen Tochter Preussag Energie (Lingen) für 300 Millionen Euro an den österreichischen Öl- und Erdgaskonzern OMV bekannt. Es umfasst vor allem Explorationsgebiete und Ölfelder in Südamerika, dem Mittleren Osten und Neuseeland. Damit hat sich die TUI komplett von ihrer Energiesparte verabschiedet, nachdem die Inlands-Aktivitäten der Preussag-Energie bereits im Dezember 2002 für eine Milliarde Euro von Gaz de France übernommen worden waren.

«Wir haben

einen optimalen Zeitpunkt für den Verkauf des Energiebereichs gefunden und die Erlöse befinden sich am oberen Ende der Erwartungen», sagte Frenzel. Gleichzeitig sei die Entschuldung des Konzerns einen großen Schritt voran gekommen. Das Unternehmen stehe Netto noch mit 5,7 Milliarden Euro in der Kreide nach 6,2 Milliarden Ende 2001.

DPA