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Börsengeschichte: Schaltjahre meist gute Aktienjahre

Schaltjahre sind meist gute Aktienjahre - das zeigt jedenfalls ein Blick in die Börsengeschichte. Der Grund für die gute Entwicklung gerade dann: In diesen Jahren finden jeweils die US-Präsidentschaftswahlen statt.

Schaltjahre sind meist gute Aktienjahre - das zeigt jedenfalls ein Blick in die Börsengeschichte. Seit 1888 habe der US-Aktienmarkt - gemessen am Standard & Poors Index mit 500 Werten - in Schaltjahren im Durchschnitt mehr als acht Prozent zugelegt. "Mit plus elf Prozent war nur das jeweilige Vorjahr noch besser", berichtet Achim Schneider, Aktienmarktstratege der Dresdner Bank. Die beiden auf Schaltjahre folgenden Zwölf-Monatszeiträume hätten hingegen mit durchschnittlich drei Prozent Plus jeweils deutlich schlechter abgeschnitten.

Wahlkampf mit positiven Auswirkungen

Der Grund für die gute Entwicklung in den Schaltjahren: In diesen Jahren finden jeweils die US-Präsidentschaftswahlen statt. "Und der so genannte Präsidenten-Zyklus am Aktienmarkt hat immer fundamentale Wirkung." Die amtierenden Präsidenten versuchten meist rechtzeitig vor der Wahl, die wirtschaftliche Lage und damit ihre Wahlchancen zu verbessern. Zu den Maßnahmen gehörten staatliche Ausgabenprogramme oder Steuersenkungen oftmals noch vor dem Wahljahr.

Beispiel Bush: Steuersenkung 2003

Diese Regel habe auch der amtierende US-Präsident George W. Bush befolgt, als er im vergangenen Jahr die Steuern senkte. Im November 2004 sind US-Präsidentschaftswahlen, und die konjunkturbelebende Wirkung dürfte im ersten Halbjahr andauern, so die Dresdner Bank. "Der Aktienmarkt nimmt die damit verbundene positive Wirkung auf Konjunktur und Unternehmensgewinne vorweg und erfreut Anleger meist im Vor- als auch im Wahljahr noch damit", so Schneider.

Trotzdem: Keine blinden Investitionen

Vom blinden Investieren entlang des Präsidentenzyklus rät Schneider allerdings ab. Die Rechnung gehe nicht immer auf, da es noch eine Vielzahl anderer Einflussfaktoren auf Gewinne, Zinsen und damit Aktienmarktperspektiven gebe. Die Verluste in den Schaltjahren 2000 (minus zehn Prozent im Wahljahr von Bush) oder noch schlimmer 1920 (minus 25 Prozent im Wahljahr von Harding) seien mahnende Beispiele.

DPA
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