Computer IBM-Gewinn gestiegen


Der weltgrößte Computerkonzern International Business Machines (IBM) hat den Gewinn im abgelaufenen Quartal dank weiterer Kostensenkungen und Zukäufen deutlich gesteigert.

Da hatten die Analysten ja einmal exakte Prognosen abgeliefert: IBM hat dank weiterer Kostensenkungen und Zukäufen seinen Gewinn im abgelaufenen Quartal deutlich gesteigert. Finanzchef John Joyce stellte in Aussicht, dass IBM beim Gewinn und Umsatz die Analystenprognosen für 2003 erfüllen werde. Von einer bevorstehenden Erholung der seit mehr als zwei Jahren in der Krise steckenden Technologiebranche wolle er aber noch nicht sprechen. "Es ist weiter ein schwieriges Marktumfeld, aber ich denke, wir können und werden im zweiten Halbjahr etwas besser da stehen", sagte er.

Vorjahresergebnis belastet

Der Netto-Gewinn stieg nach IBM-Angaben auf 1,7 Milliarden Dollar oder 0,97 Dollar je Aktie von 56 Millionen Dollar vor einem Jahr. Das Vorjahresergebnis wurde allerdings durch Sonderbelastungen für Stellenstreichungen und Werksschließungen in Höhe von 1,4 Milliarden Dollar belastet. Den Quartalsumsatz bezifferte das in Armonk im Bundesstaat New York ansässige Unternehmen mit 21,6 Milliarden Dollar, was einem Anstieg zum Vorjahr um rund zehn Prozent entspricht. Aus dem fortgeführten Geschäft, also ohne die Ende 2002 verkaufte defizitäre Festplatten-Sparte, erzielte IBM den Angaben zufolge einen Gewinn je Aktie von 0,98 Dollar.

Nachfrage gut, aber nicht robust

Die Erlöse aus dem Dienstleistungsgeschäft weltweit stiegen zum Vorjahr überdurchschnittlich stark um 23 Prozent auf rund 10,6 Milliarden Dollar. Dieser Zuwachs wurde auch durch den Erwerb der Beratungssparte des Wirtschaftsprüfers PricewaterhouseCoopers begünstigt. "Bei den Zahlen der Service-Sparte knallen die Champagner-Korken", sagte dazu ein Analyst bei der Aberdeen Group. Finanzchef Joyce nannte die derzeitige Technologienachfrage gut, aber noch nicht robust. Es sei daher auch noch zu früh, eine Erholung vorherzusagen. Bereits 2001 und 2002 hätten Technologieunternehmen eine Belebung für das jeweilige zweite Halbjahr prognostiziert und seien dann von der Realität widerlegt worden.

Krise noch nicht ausgestanden

Die Technologiebranche steckt seit mehr als zwei Jahren in einer Krise, weil die Investitionen hauptsächlich wegen der weltweiten Konjunkturabkühlung stark zurückgegangen sind. Hersteller wie Investoren warten nun auf Signale für ein Ende der Flaute. Auch der weltgrößte Chip-Hersteller Intel hatte am Vortag einen deutlichen Gewinnanstieg verbucht, was Analysten aber wie bei IBM überwiegend auf Kostensenkungen zurückführten und weniger als Signal für eine durchgreifende Erholung der Branche werteten. Die Unternehmen versuchen seit Beginn der Krise, der schrumpfenden Nachfrage mit Kosteneinsparungen zu begegnen, um weiter Gewinne zu erzielen.


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