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Dresdner Bank: Scharfe Kritik an Rekord-Zahlungen

"Unanständig" und "maßlos" - Finanzminister Peer Steinbrück und Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg sind entsetzt über Millionenzahlungen bei der angeschlagenen Dresdner Bank. Die Boni müssten zurückgezahlt werden, verlangte Wirtschaftsminister Guttenberg.

Die Millionen-Bezüge von Topmanagern der Milliardenverluste schreibenden Dresdner Bank sind in der Bundesregierung auf scharfe Kritik gestoßen. Mit solch einem unanständigen Verhalten fügten diese Leute unserem Gesellschaftssystem schweren Schaden zu, sagte Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) der "Bild-Zeitung". Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sagte dem Blatt: "Ich habe kein Verständnis für maßlose Forderungen von Managern, deren Unternehmen ohne die Hilfe der Steuerzahler heute keine Gehälter und schon gar keine Boni mehr zahlen könnten." Es sei eine Frage des Anstands, dass die Manager ihre Boni zurückzahlten oder spendeten, zitierte "Bild" den Minister.

Top-Gehälter für Top-Verluste

Trotz eines Verlusts von 6,3 Milliarden Euro im vergangenen Jahr kassierten die Top-Manager der Dresdner Bank deutlich mehr als jeder andere Bankvorstand in Deutschland. Die Vorstände des Instituts, das mittlerweile zur vom Staat gestützten Commerzbank gehört, bekamen insgesamt gut 58 Millionen Euro und damit mehr als doppelt so viel wie 2007, wie aus dem Geschäftsbericht der Dresdner Bank am Freitag hervorging. Größter Posten der Summe sind allerdings Abfindungen und Pensionsansprüche der Vorstandsmannschaft, von der niemand bei der Commerzbank weiterbeschäftigt wird. Dennoch gehören die Dresdner-Manager damit zu den Spitzenverdienern unter den europäischen Bankvorständen.

Die Commerzbank, das zweitgrößte deutsche Geldhaus, konnte die Übernahme nur mit staatlicher Hilfe von 18,2 Milliarden Euro stemmen. Manager des US-Versicherungsriesen AIG hatten Boni in Höhe von rund 50 Millionen Dollar zurückgegeben, nachdem bekanntgeworden war, dass das Institut trotz milliardenschwerer Staatshilfen Prämien von 218 Millionen Euro ausgeschüttet hatte. Wegen dieses Skandals wird in der US-Politik sogar über eine Strafsteuer nachgedacht, um die Boni zurückzuholen.

Reuters / Reuters