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Elektro: Siemens sieht sich auf richtigem Weg

Deutschlands größter Elektronikkonzern Siemens bleibt gedämpft optimistisch: Der Gewinn im ersten Quartal ist fast stabil und für 2003 wird weniger Umsatz, aber ein höheres Ergebnis erwartet.

Trotz Dauerflaute im High-Tech-Markt bleibt Deutschlands größter Elektronikkonzern Siemens für 2003 gedämpft optimistisch. Das Geschäftsvolumen dürfte zwar marktbedingt zurückgehen, aber das operative Ergebnis werde weiter steigen, sagte Firmenchef Heinrich von Pierer bei der Hauptversammlung am Donnerstag in München. Darauf deutet laut Pierer auch das erste Quartal hin, in dem Siemens mit fast stabilem Gewinn überraschte. "Wir sind auf dem richtigen Weg."

Der Siemens-Chef

rechnete damit, dass auch 2003 weiter hohe Belastungen aus den Pensionsfonds anfallen werden. Mit Blick auf Konjunkturschwäche und Weltsicherheitslage sprach er von einem „Jahr der Herausforderungen“. Siemens halte dennoch an den Ergebniszielen für die einzelnen Segmente fest, die im Rahmen der „Operation 2003“ festgelegt wurden. Eine Quersubventionierung verlustreicher Sparten lehnte Pierer ab. "Alle Teile des Unternehmens müssen gesund sein."

Größtes Sorgenkind

bleibt weiterhin die Netzwerktechnik ICN, die im Geschäftsjahr 2002 einen Verlust von 691 Millionen Euro einfuhr. Auch im ersten Quartal steckte die Sparte tief in den roten Zahlen: Der Verlust betrug 151 Millionen Euro, nach 124 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Wegen der anhaltenden Flaute im Telekommunikationsmarkt brach der Umsatz um 29 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro ein. Mit einem umfangreichen Restrukturierungsprogramm soll die einzige Spitzensparte wieder den Weg in die schwarzen Zahlen finden. Dazu zählt etwa der Abbau von rund 17.800 Stellen bis Ende 2003. Die IG Metall demonstrierte vor Beginn der Hauptversammlung mit Trillerpfeifen und Plakaten gegen das Kürzungsprogramm.

Im ersten Quartal

des laufenden Geschäftsjahrs, das am 1. Oktober 2002 begann, konnte sich Siemens laut Pierer gut behaupten. "Wir haben die Erwartungen der Finanzmärkte beim Ergebnis klar übertroffen." Das Ergebnis nach Steuern ging leicht auf 521 Millionen Euro zurück, nach 538 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Der Umsatz sank im ersten Quartal um zehn Prozent auf 18,845 Milliarden Euro; bereinigt um Währungs- und Konsolidierungseffekte betrug der Rückgang ein Prozent. Der Auftragseingang fiel auf 20,145 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Rückgang von 21 Prozent, bereinigt von 13 Prozent.

Das operative Ergebnis nach Steuern und Zinsen (Ebit) verbesserte sich dagegen auf 604 Millionen Euro, nach 487 Millionen Euro im Vergleichszeitraum. Grund waren Sondererträge aus Projektstornierungen in der Kraftwerksparte und geringere Belastungen aus Restrukturierungen.

Größter Ergebnisträger

war auch im ersten Quartal wieder die Kraftwerksparte Power Generation mit einem Ebit von 409 Millionen Euro. Zu den erfolgreichsten der 14 Siemens-Sparten zählten zudem die Medizintechnik, Transportsysteme und Finanzservices. Ein besseres Ergebnis als im Vergleichszeitraum verbuchte die Sparte Mobilkommunikation. Im Weihnachtsgeschäft konnte Siemens nach eigenen Angaben die Rekordzahl von elf Millionen Mobiltelefonen verkaufen.

Mit dem

Gesamtjahr 2002 zeigte sich Pierer "durchaus zufrieden". Der Gewinn nach Steuern schnellte um 24 Prozent nach oben - auf 2,6 Milliarden Euro. Neun der 14 Bereiche konnten ihr operatives Ergebnis verbessern. Der Umsatz fiel um drei Prozent auf 84 Milliarden Euro, hielt aber bereinigt das Vorjahresniveau. Der Auftragseingang knickte bereinigt um fünf Prozent auf 86,2 Milliarden Euro ein. Im Geschäftsjahr 2002 wurden insgesamt 24.000 Stellen abgebaut, davon 7.000 in Deutschland. Derzeit beschäftigt der Siemens-Konzern 423.000 Mitarbeiter.