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EU-Währung: Euro springt auf ein Allzeithoch

Der Euro setzt seinen Höhenflug fort: Mit 1,3878 Dollar hat er kurzzeitig einen neuen Spitzenwert erreicht, bevor der Kurs wieder sank. Doch die Gründe für den rasanten Höhenflug liegen in den USA.

Der Euro hat am Mittwoch im frühen Handel ein neues Rekordhoch erreicht.Am Mittwochmorgen kletterte der Euro in der Spitze auf bis zu 1,3878 US-Dollar. Der Dollar war damit 0,7206 Euro wert. Sein letztes Hoch hatte der Euro Ende Juli bei 1,3853 Dollar erreicht. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstag noch auf 1,3824 (Montag: 1,3795) Dollar festgesetzt. Für Deutsche und andere Europäer wird damit der Dollar immer billiger.

Hypothekenkrise und Arbeitsmarktdaten bremsen Dollar

Die US-Währung steht nun seit einigen Tagen wieder unter Druck, weil sich in den USA die Anzeichen mehren, dass die aktuelle Krise am Immobilienmarkt Spuren in der gesamten übrigen Wirtschaft und auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen könnte.

In den USA war die Beschäftigung im August zum ersten Mal seit vier Jahren rückläufig. Zudem wurde der Beschäftigungszuwachs für die Vormonate Juni und Juli deutlich nach unten revidiert. Experten hatten mit dem Einbruch am Arbeitsmarkt nicht gerechnet. Doch genau diese Daten des US-Arbeitsmarktes vom vergangenen Freitag wirkten jetzt an den Börsen nach und würden den den Dollar merklich belasten, so die Experten. Zudem hätten sich jüngst einige Mitglieder der US-Notenbank besorgt über mögliche Auswirkungen der US-Hypothekenkrise auf das Wachstum der größten Volkswirtschaft der Welt gezeigt. Dies habe dem Euro zusätzlichen Auftrieb verliehen.

Touristen können profitieren

Darüber hinaus wird der Dollar von Spekulationen auf eine Zinssenkung in den USA gedrückt. Das Gros der Auguren rechnet damit, dass die US-Notenbank Fed in der kommenden Woche den Leitzins, der aktuell bei 5,25 Prozent liegt, senkt um weiteren Schaden durch die Hypothekenkrise abzufedern und den Banken Geld zu billigeren Konditionen anzubieten. Sie hatte erst kürzlich den Zinssatz für Übernachtausleihe durch die Banken bei der Zentralbank reduziert.

Beim Kauf von Devisen am Bankschalter wird man allerdings für einen Dollar noch etwas mehr berappen müssen. Denn hierzulande fallen Gebühren an, die von Bank zu Bank schwanken, sich meist aber auf einen Abschlag von etwa vier Cent belaufen. Einige Banken bieten ihren Kunden die gebührenfreie Benutzung von Geldautomaten der Partnerbanken in den USA an. Dort bekommen Touristen in etwa den aktuellen Kurs. Auch beim Einsatz der Kreditkarte im Dollar-Raum wird in der Regel der tagesaktuelle Kurs berechnet.

DPA/Reuters / DPA / Reuters
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