VG-Wort Pixel

Studie Es kommen mehr Zwillinge zur Welt als jemals zuvor: Das sind die Gründe

Eine Erwachsenenhand hält eine Babyhand
Das Forschungsteam schätzt, dass die Zahl der Zwillingsgeburten in westlichen Ländern schon bald wieder rückläufig sein könnte
© Uli Deck/dpa
Ein Forschungsteam der Universität Oxford hat herausgefunden, dass weltweit mehr Zwillingspaare geboren werden als je zuvor. Dafür gibt es zwei Ursachen. Doch die Forschenden rechnen mit einem baldigen Rückgang der Rate. 

Weltweit werden mehr Zwillinge geboren als je zuvor. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universität Oxford. Die Forschenden haben herausgefunden, dass eine von 42 Geburten weltweit eine Zwillingsgeburt ist. Damit werden ihren Schätzungen zufolge jedes Jahr rund 1,6 Millionen Zwillingspaare geboren. Die Erklärung für das Phänomen ist einfach.  

Die erhöhte Geburtenrate bei Zwillingen läge unter anderem am Alter der Mütter, so das Forschungsteam. Bei späten Mutterschaften steigt die Wahrscheinlichkeit einer Zwillingsgeburt aufgrund hormoneller Veränderungen. Doch auch künstliche Befruchtungsmethoden tragen den Forschenden zufolge zu der enormen Zunahme bei Zwillingsgeburten bei. 

Zwillingsgeburten weltweit um ein Drittel gestiegen

Seit den 80er Jahren seien die weltweiten Zwillingsgeburten um ein Drittel gestiegen, heißt es in der Studie. So stieg die Rate in Asien um 32 Prozent, in Nordamerika sogar um 71 Prozent. Das Forschungsteam hat zur Heranziehung dieser Daten die Geburtenraten aus 165 Ländern von 2010 bis 2015 mit jenen von 1980 bis 1985 verglichen. Einzig in Afrika seien die Zahlen in den Vergleichszeiträumen fast gleich geblieben, dafür aber konstant hoch. 

Paar bekommt Zwillinge – mit zwei Jahren Altersunterschied

Dem Soziologen und Urheber der Studie Christiaan Monden zufolge liegt das möglicherweise an der DNA der Bevölkerung: "Die Zwillingsrate in Afrika ist so hoch, weil dort mehr zweieiige Zwillinge geboren werden", sagt er. "Das liegt wahrscheinlich an genetischen Unterschieden zwischen der afrikanischen Bevölkerung im Vergleich zu anderen Teilen der Welt." 

80 Prozent aller Zwillinge werden in Asien und Afrika geboren

Zusammen mit Asien macht Afrika etwa 80 Prozent der Zwillingsgeburten rund um den Globus aus. Besonders in diesen Regionen bedeuteten Mehrfachgeburten aber auch eine Gefahr für Mütter und Kinder. In Subsahara-Afrika verlieren jedes Jahr über 200.000 Kinder ihren Zwilling während des erstes Lebensjahres. 

"Zwillingsgeburten sind mit höheren Todesraten und Komplikation vor, während und nach der Geburt verbunden", sagt Monden. Während reichere Länder im Westen bei der Zwillingsgeburtenrate nachziehen, gäbe es noch immer signifikante Unterschiede bei den Überlebenschancen in ärmeren Regionen. 

Das Forschungsteam rechnet allerdings damit, dass die Zwillingsgeburten in westlichen Ländern in den kommenden Jahren wieder abnehmen. Ein Grund dafür sei der Trend zu Einzelgeburten aus gesundheitlichen Gründen: Vielerorts wurden die Regeln für künstliche Befruchtung geändert und es werden weniger Embryonen eingesetzt. 

In der Zukunft könnten Indien und China dagegen eine größere Rolle bei den Geburtenraten für Zwillinge spielen, vermuten die Forschenden. 

Quelle: "BBC" / "Ärzteblatt" / mit dpa 

reb

Mehr zum Thema



Newsticker