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Digitalwährung Kurs nah am Allzeithoch: Das steckt hinter dem neuen Bitcoin-Boom

Der Bitcoin legte in den vergangenen Wochen zu
Der Bitcoin legte in den vergangenen Wochen zu
Vor drei Jahren löste Bitcoin einen neuen Goldrausch aus. Dann kam der Absturz - und viele verloren ihr Interesse an der Digitalwährung. Nun erlebt sie einen sensationellen Boom. Einige träumen bereits von Kursen jenseits der 300.000-Dollar-Marke.

Das Ziel war immer klar<. "To the Moon", bis zum Mond sollte der Bitcoin-Kurs emporschießen und die Besitzer*innen der Kryptowährung reich machen. Und tatsächlich kletterte der Kurs im Herbst 2017 von einem Rekordhoch zum nächsten. Aus Angst, das Geschäft ihres Lebens zu verpassen, investierten vom Studenten bis zur Hausfrau alle Bevölkerungsschichten in die virtuellen Währungen - und lösten ein regelrechtes Kurs-Feuerwerk aus. In der Spitze war ein Bitcoin fast 20.000 US-Dollar wert. Ein Jahr zuvor lag er noch bei 800 Dollar. Eine Rallye, die sämtliche Aktien alt aussehen ließ.

Doch nach wenigen Monaten der Euphorie platzte der Traum vom schnellen Geld. Der Kurs implodierte, viele verkauften ihre Anteile mit Verlusten. Ende 2018 stagnierte der Kurs weit unter der 4000-Dollar-Marke. Nach einer kurzzeitigen Erholung krachte der Kurs mit Beginn der Corona-Krise erneut von fast 10.000 auf 5100 Dollar.

Doch seitdem kennt der Kurs nur eine Richtung: steil nach oben. Seit März ist der Wert eines Bitcoin um 260 Prozent gestiegen, der Kurs liegt knapp unter dem Allzeithoch. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Bitcoin wird salonfähig

Der wichtigste Kurstreiber ist die allmähliche Akzeptanz der digitalen Währung. In den USA etwa können Bitcoins bereits per Paypal aufbewahrt und sogar verschickt werden. Im kommenden Jahr soll man damit sogar auf Paypal bezahlen können. Dies wäre der nächste Schritt in Richtung einer flächendeckenden Akzeptanz. Die Europäische Union wiederum hat angekündigt, bis 2022 ein umfangreiches Regelwerk für den Handel mit Kryptowährungen aufzusetzen.

Hinzu kommt: Die Menge an Bitcoin ist begrenzt. Derzeit gibt es 18,5 Millionen Bitcoin, pro Monat kommen trotz enormen Rechenaufwandes nur noch wenige zehntausend hinzu. Die begrenzte Menge macht den Bitcoin in Zeiten, in denen die Gelddruckmaschinen unter Hochdruck laufen, zu einer Art virtuellem Gold. Und damit attraktiv für institutionalisierte Anleger. Der Fondsmanager Grayscale Investments hält jetzt etwa 500.000 Bitcoin (BTC) im Wert von 9,35 Milliarden US-Dollar.

Andere Digitalwährungen wachsen

Riesige Nachfrage bei mäßigem Angebot - das zieht nahezu alle Kryptowährungen nach oben. Während der Bitcoin in den vergangenen sieben Tagen um 13,7 Prozent stieg, legte Ethereum um 28,7 Prozent zu, Litecoin um 30,5 und XRP gar um 68,3 Prozent.

Das beflügelt erneut die Fantasie der Analysten. David Grider von Fundstrat prognostiziert einen Bitcoin-Kurs von 25.000 US-Dollar für Ende 2021. Das wäre ein deutliches Plus im Vergleich zur aktuellen Situation, und ist dennoch eine vergleichsweise bescheidene Prognose. Andere sehen Kurse jenseits der 60.000-Dollar-Marke, Citigroup-Experte Tom Fitzpatrick hält sogar einen Kurs von 318.000 US-Dollar für machbar - und zwar Ende 2021. Es sind vielversprechende Zahlen, die jedoch jeglicher Grundlage entbehren.

Gut möglich, dass die Rallye anhält und sich der Bitcoin sogar langfristig über dem jetzigen Niveau behauptet. Ein erneuter Absturz kann jedoch ebenso wenig ausgeschlossen werden.


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