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EXPERTENTIPP: Studiengebühren als Ausbildungskosten anrechenbar

Auch Studiengebühren, Fachliteratur und Fahrtkosten von bereits volljährigen Kindern zur Ausbildungsstätte können von Eltern auf das Kindergeld angerechnet werden.

Eltern können sich die Studiengebühren ihrer volljährigen Kinder anrechnen lassen, um weiterhin Kindergeld zu erhalten. Zwar wird kein Kindergeld gezahlt, wenn das Kind mehr als 7.188 Euro jährlich verdient, teilt der Neue Verband der Lohnsteuerhilfevereine in Berlin mit. Doch Studiengebühren, Fachliteratur und Fahrtkosten zur Ausbildungsstätte können auf den Betrag angerechnet werden.

Dies ergibt sich aus neueren Urteilen des Bundesfinanzhofes in München, veröffentlicht im Bundessteuerblatt 2001 (Teil II, Seite 489ff). Deutlich wird die Veränderung am Beispiel eines studierenden Kindes, das pro Jahr 3600 Euro (7044 Mark) Bafög erhält und 6.000 Euro (11 735 Mark) verdient. Nach Abzug des Arbeitnehmerpauschbetrages von 1.044 Euro (2042 Mark) und einer Bafög-Pauschale von 180 Euro (352 Mark) verbleiben 8.376 Euro (16 385 Mark), also mehr als der Grenzbetrag. Die Summe kann jedoch gedrückt werden, wenn das Kind an jedem Wochenende nach Hause fährt, so der NVL. Wohnen die Eltern etwa 300 Kilometer weit entfernt, kann eine Entfernungspauschale von 4.800 Euro (9.388 Mark) abgezogen werden. Damit wird der Grenzbetrag unterschritten, die Eltern sind also wieder kindergeldberechtigt.

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