HOME

FAQ Steuererklärung 2010: Das ändert sich bei der Steuer

Für eine große Steuerreform reichte es nicht. Immerhin hat der Koalitionsausschuss den Weg für eine Reihe von Steuervereinfachungen freigemacht, die wenig kosten. Hier die wichtigsten Änderungen.

Von Jens Tartler

Die schwarz-gelbe Koalition hat sich auf einen Katalog von 41 Schritten zur Steuervereinfachung verständigt. Im Koalitionsausschuss einigten sich Union und FDP auf das Vorhaben, das jetzt von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) umgesetzt werden muss. Es wird beim Bund Steuerausfälle von 590 Millionen Euro verursachen. Schäuble hatte nur 500 Millionen Euro eingeplant.

Arbeitnehmer-Pauschbetrag

Der pauschale Betrag für Werbungskosten soll von derzeit 920 auf 1000 Euro im Jahr steigen. Bei rund 22 Millionen Arbeitnehmern, die als Steuerzahler veranlagt sind, entfallen dadurch zahlreiche Einzelnachweise. Allein diese Änderung führt zu Steuermindereinnahmen für den Fiskus von 330 Millionen Euro.

Kinderbetreuung

Die Kosten für die Kinderbetreuung werden heute steuerlich unterschiedlich berücksichtigt - je nachdem, ob sie beruflich oder privat veranlasst sind. Auf diese Unterscheidung will der Staat verzichten. Dadurch entfällt eine Seite in der Steuererklärung, und es können insgesamt mehr Menschen von dem Steuervorteil profitieren. Den Staat kostet das 60 Millionen Euro.

Kinderfreibetrag

Sind Kinder volljährig, aber noch in der Berufsausbildung, ist es umständlich, Kindergeld oder -freibetrag zu beantragen. Deshalb soll künftig das Einkommen der erwachsenen Kinder nicht mehr überprüft werden. Die Steuermindereinnahmen liegen bei 200 Millionen Euro.

Entfernungspauschale

Nutzt der Steuerzahler für den Arbeitsweg abwechselnd öffentliche Verkehrsmittel und seinen Pkw, muss er heute tageweise Vergleichsrechnungen anstellen. Künftig soll nur noch eine Jahresrechnung nötig sein.

Geringverdiener

Heute müssen Arbeitnehmer mit geringem Einkommen trotzdem eine Steuererklärung abgeben, wenn sie hohe Mindestvorsorgepauschalen für die Kranken- und Pflegeversicherung haben. Diese Pflicht soll entfallen.

Kapitaleinkünfte

Kapitalerträge müssen nach Einführung der Abgeltungsteuer grundsätzlich nicht mehr in der Steuererklärung angegeben werden. Eine Ausnahme wird aber zum Beispiel dann gemacht, wenn der Steuerzahler außergewöhnliche Belastungen oder Spenden beim Finanzamt geltend macht. Diese Ausnahme soll es nicht mehr geben.

Verbindliche Auskunft

Unternehmen sollen für verbindliche Auskünfte der Finanzämter in strittigen Steuerfragen nur noch dann Gebühren zahlen, wenn der Gegenstandswert mindestens 10.000 Euro beträgt.

Umsatzsteuer

Die Anforderungen an eine elektronische Rechnung für die Umsatzsteuer sollen reduziert werden. Um trotzdem effektiv kontrollieren zu können, sollen die Betriebsprüfer auch in elektronisch gespeicherte Bücher, Aufzeichnungen, Geschäftspapiere und Urkunden schauen dürfen.

Elektronische Kommunikation

Um den Austausch mit dem Finanzamt zu erleichtern, soll neben der elektronischen Signatur auch ein "anderes sicheres Verfahren" dauerhaft zugelassen werden. Die Befristung auf Ende 2011 entfällt.

Zweijahresfrist

Arbeitnehmer sollen die Möglichkeit erhalten, ihre Steuererklärung nur noch alle zwei Jahre abzugeben. Entscheidet er sich für diese Variante, entstehen ihm keine Nachteile. Auch eine Rückkehr zur jährlichen Steuererklärung ist möglich.

Elektronische Lohnsteuerkarte

Durch ihre Einführung können künftig alle Steuerdaten zentral und einheitlich in einer bundesweiten Datenbank verwaltet werden. Arbeitgeber können ab 2012 die elektronische Steuerkarte abrufen. Bei der vorausgefüllten Steuererklärung muss der Steuerzahler nur noch im Internet die Angaben des Finanzamts überprüfen. Das soll bis 2013 möglich sein.

Rentner

Das Besteuerungsverfahren bei Rentnern wird vereinfacht - unter anderem durch eine bereits vorausgefüllte Steuererklärung. Bisher geben viele der rund drei Millionen steuerpflichtigen Rentner keine Erklärung ab.

Gefunden in der "Financial Times Deutschland".

FTD