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Geldanlage: Hände weg von Schneeballsystemen

Anlagen mit zweistelligen Renditeversprechen erregen in Zeiten niedriger Zinsen viel Aufmerksamkeit. Dahinter stecken meist Betrüger, die nur eine Ziel kennen: Möglichst viele Verbraucher zu 'melken'.

Aktienexperten warnen übereinstimmend vor der dubioser Vermittlung vermeintlich günstiger Anlageangebote : "Dabei handelt es sich um keine richtige Anlageform", warnt das Deutsche Aktieninstitut in Frankfurt am Main. Vielmehr erhielten Erstanleger - wie beim "guten alten" Kettenbrief, durch die Einzahlung neugewonnener Einsteiger ansehnliche erste Rückzahlungen, die die hohen Renditeversprechen zu rechtfertigen schienen, erläutern die Experten. Immer mehr Anleger erwürben so ein "Recht" auf ihre Rendite. Könnten allerdings nach einiger Zeit nicht mehr genügend neue Anleger gewonnen werden, versiege der Geldfluss und das System kollabiere. Gewinner sei dabei der Initiator der Anlage, der sich jedoch ebenso strafbar mache wie das vermeintliche Opfer, wenn es weitere Kunden werbe, erläutert das DAI.

Nicht immer leicht zu erkennen

Doch: "Schneeballsysteme sind schwer zu erkennen", urteilen die DAI-Experten. Ein Alarmzeichen sei beispielsweise ein unaufgeforderter Anruf. Bei "Informationsveranstaltungen", werde Anlegern, die neu geworben werden sollten, begeistert von den Anlageerfolgen der "alten Hasen" erzählt. Dabei zeigten die Anbieter ein starkes Interesse an persönlichen Neigungen der potenziellen Anleger, sie informierten aber fast immer nur spärlich über das eigentliche Anlageprodukt. Oft werde dem Anleger zudem vorgegaukelt, er könne direkt in Unternehmensbeteiligungen investieren und damit Chancen wahrnehmen, die ihm ansonsten verschlossen seien.

Anleger, die sich nicht sicher sind, ob es bei einem Angebot auch wirklich mit rechten Dingen zugeht, sollten Rat von neutraler Seite suchen, so das DAI. Fange der Anbieter dann an zu "drängeln" sei die Sache klar: "Dann ist das Angebot mit Sicherheit unseriös". (AP)