Geschäftsklimaindex Signale der Wirtschaft deuten auf Aufschwung


Bereits zum dritten Mal in Folge ist der ifo-Geschäftsklimaindex gestiegen. Experten erwarten eine langsame Entwicklung, hoffen nun aber auf den Konkunkturaufschwung.

Das ifo-Institut sieht Deutschland vor einem Konjunkturaufschwung. Die Stimmung der deutschen Wirtschaft verbesserte sich laut ifo-Geschäftsklimaindex im Juli zum dritten Mal in Folge. "Das ist ein relativ sicheres Zeichen, dass wir einen Aufschwung haben werden", sagte der Konjunkturexperte des Instituts, Gernot Nerb, am Montag in München. Allerdings werde es vorerst nur langsam aufwärts gehen.

Langsam, aber stetig

Der ifo-Geschäftsklimaindex für Westdeutschland stieg von 88,8 auf 89,2 Punkte. Das ist der höchste Wert seit einem Jahr. Die befragten Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Geschäftslage im Juli mit 78,7 Punkten zwar etwas schlechter als im Juni. Aber die Geschäftserwartungen für das nächste halbe Jahr legten deutlich zu auf von 98,6 auf 100,2 Punkte. Drei Anstiege in Folge seien nach bisheriger Erfahrung ein "starkes Zeichen dafür, das wir kurz vor dem Aufschwung stehen", sagte Nerb. Die etwas schlechtere aktuelle Geschäftslage sei allerdings "ein Indiz, dass es kein Superstart wird. Es wird eine relativ langsame Entwicklung sein", erklärte der Wirtschaftsforscher.

Nur am Bau weiter Talfahrt

Handel und Industrie gingen aber offensichtlich davon aus, dass sich der positive Trend fortsetzt. Nur auf dem Bau sei die Talfahrt noch immer nicht beendet. Erst nächstes Jahr sei damit zu rechnen, dass die Nachfrage die geschrumpften Kapazitäten wieder auslaste. Die Gesundheitsreform und die angekündigte Steuersenkung hätten die Erwartungen der Wirtschaft sicher positiv beeinflusst, sagte Nerb. Auch die längeren Ladenöffnungszeiten wirkten sich aus.

Osten etwas optimistischer

In Ostdeutschland stieg der Geschäftsklimaindex etwas stärker als im Westen auf 103,1 Punkte. Anders als im Westen wurde auch die aktuelle Lage im Juli günstiger beurteilt, dieser Teilindex kletterte auf 121,1 Punkte. Die Geschäftserwartungen legten in den neuen Ländern auf 86,1 Punkte zu. Überdurchschnittlich war der Anstieg im Groß- und Einzelhandel, eine leichte Verschlechterung gab es nur im Baugewerbe. Volker Nitsch von der Bankgesellschaft Berlin sagte, nach den Finanzmärkten zeigten sich jetzt auch Industrie und Handel optimistischer. Das sei ein wichtiges Signal.


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