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HANDWERK: Miese Heimwerker müssen für eigenen Pfusch haften

Hobby-Handwerker, die beim Werkeln rund ums eigene Haus keine solide Arbeit abliefern, können für Folgeschäden haftbar gemacht werden.

Hobby-Handwerker, die beim Werkeln rund ums eigene Haus keine solide Arbeit abliefern, können für Folgeschäden haftbar gemacht werden. Auf diese Gefahr für Heimwerker macht die Landesbausparkasse LBS in Berlin aufmerksam und beruft sich auf ein Urteil des Amtsgerichts Köln.

Im konkreten Fall hatte sich ein Hausbesitzer zugetraut, in Eigenregie eine Mauer hochzuziehen. Sein Grundstück sollte damit von dem des Nachbarn abgetrennt werden. Die selbst errichtete Mauer hielt allerdings nur ein paar Stunden lang. Wegen mangelnder Stabilität war sie noch in der Nacht zusammengekracht und hatte das Auto des Nachbarn unter sich begraben.

Der Self-made-Bauherr machte starken Wind und damit »höhere Gewalt« für den Schaden verantwortlich. Der verärgerte Nachbar pochte auf Schadenersatz. Der Richter kam in der Beweisaufnahme zu dem Schluss, dass eine fachmännisch errichtete Mauer auch stärkerem Wind standgehalten hätte und gab dem Autobesitzer Recht. Wer ein Bauwerk errichtet, der trägt auch die Verkehrssicherungspflicht. Das heißt, er muss dafür sorgen, dass unter normalen Umständen keine Gefahr davon ausgeht, so das Urteil.

(Aktenzeichen: Amtsgericht Köln, 120 C 219/97)

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