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Hauptversammlung: Telekom will 2005 wieder Dividende zahlen

Nach zwei Jahren ohne Ausschüttung und dem nötigen Schuldenabbau steht die Telekom wieder gut da. Erfreulicher Effekt für die Aktionäre: Nächstes Jahr gibt's eine Dividende. Auch Zukäufe sind nicht ausgeschlossen.

Die Telekom will im nächsten Jahr wieder eine Dividende zahlen. Vorstandschef Kai-Uwe Ricke betonte bei der Hauptversammlung am Dienstag in Köln, nach zwei Jahren ohne Ausschüttung und dem nötigen Schuldenabbau sei nun die Grundlage gelegt "für unsere eigentliche Zielsetzung: Und das ist das Erwirtschaften einer angemessenen Kapitalrendite für unsere Aktionäre".

Sind wieder profitabel

Ricke betonte, dass die Telekom ihre Ertragskraft in allen Divisionen habe steigern können und diese Entwicklung auch im laufenden Jahr anhalte. "Wir sind wieder profitabel", sagte er. Selbst bei T-Com, wo im Festnetz auch im ersten Quartal 2004 wieder ein Umsatzrückgang von 4,7 Prozent wegen der steigenden Konkurrenz durch Call-by-call und Preselection nun auch im Ortsnetz hingenommen werden musste, sei dank weiterer Kostensenkungen die Ertragsmarge gestiegen.

Für das laufende Jahr strebt Ricke weiteres profitables Wachstum an. Die Einnahmen sollen zur weiteren Senkung der Verschuldung, eventuell aber auch für Zukäufe genutzt werden. Ricke betonte, selektive Akquisitionen seien vorstellbar, sofern sich daraus eine Steigerung des Konzernwertes ergebe.

Kein drastischer Konzernumbau

Die Förderung profitablen Wachstums habe absolute Priorität, betonte der Telekom-Chef vor rund 7.000 Aktionären. Dazu gehöre, den Konsolidierungskurs fortzusetzen. Zugleich wolle die Telekom ihre Wachstumsmöglichkeiten vor allem im breitbandigen Festnetz, im Mobilfunk und bei den Geschäftskunden nutzen. Dazu sollen die Divisionen der Telekom - T-Com, T-Mobile, T-Systems und T-Online - besser als früher üblich zusammenarbeiten. Zum Beispiel sollen T-Com und T-Systems gemeinsam maßgeschneiderte Pakete für Geschäftskunden anbieten. Ricke lehnte aber einen drastischen Umbau des Konzerns ab. "Wir werden unser operatives Geschäft nicht durch radikale Umorganisation gefährden", betonte er.

Ricke setzt allerdings die schon im vergangenen Jahr begonnenen Bemühungen fort, die Telekom stärker auf die Bedürfnisse ihrer Kunden zu orientieren. Das Unternehmen habe ein umfassendes Qualitätsprogramm auf den Weg gebracht und wolle noch in diesem Jahr "konkrete Kundenversprechen" einführen, die dann auch mit selbst auferlegten Sanktionen verbunden würden, wenn die Telekom ihre Versprechen nicht einhalte.

Neue Innovationsstrategie

Um für die Zukunft besser gerüstet zu sein, hat die Telekom nach den Worten Rickes eine neue Innovationsstrategie erarbeitet, die vor allem auch schneller Ergebnisse bringen soll. Mit einem Fokus von zwei bis fünf Jahren richten sich die Entwicklungen unter anderem auf intuitive Bedienbarkeit von Geräten ohne Wälzen dicker Handbücher sowie die automatische Wahl des jeweils schnellstmöglichen Anschlusses in Festnetz und Mobilfunk. Um dies zu fördern will die Telekom zusammen mit der Technischen Universität Berlin ein "Forschungszentrum von Weltruf schaffen und natürlich die dort entstandenen Innovationen schnellstmöglich in marktfähige Produkte umsetzen".

Ricke bedauerte die Probleme mit der Lkw-Maut. Die Telekom werde das Projekt aber zusammen mit den Partnern DaimlerChrysler und Cofiroute zum Erfolg führen. Er nahm auch zu Gerüchten Stellung, die Telekom wolle die Aktien ihrer börsennotierten Tochter T-Online zurückkaufen. Es gebe derzeit keine derartige Planung. "Aber natürlich kann und werde ich dies auch nicht grundsätzlich ausschließen, sofern sich die Bedingungen in diesem dynamischen Marktumfeld verändern."

DPA