ING-DiBa im Krisenjahr Mehr Kunden, weniger Gewinn


Die ING-DiBa hat trotz zusätzlicher Kunden und eines kräftigen Einlagenwachstums im vergangenen Jahr weniger Gewinn gemacht als 2008.

Die ING-DiBa hat trotz zusätzlicher Kunden und eines kräftigen Einlagenwachstums im vergangenen Jahr weniger Gewinn gemacht als 2008. Das Vorsteuerergebnis schrumpfte um ein Drittel auf 277 (Vorjahr: 412) Millionen Euro. Zur Begründung erklärte Europas größte Direktbank am Donnerstag in Frankfurt, sie habe ihren Kunden trotz historisch niedriger Zinsen im Euro-Raum bessere Konditionen geboten als viele Wettbewerber. Zudem habe eine erhöhte Prämie für den Einlagensicherungsfonds mit zusätzlich fast 30 Millionen Euro das Ergebnis belastet.

Insgesamt habe die ING-DiBa das Krisenjahr 2009 "aus eigener Kraft sehr gut gemeistert", bilanzierte Vorstandschef Ben Tellings, der zum Jahresende in den Aufsichtsrat der Bank wechseln wird. "Auch wenn die Zinslandschaft bleibt wie sie ist, ist bei uns großer Optimismus, dass wir ein sehr erfolgreiches Jahr 2010 sehen werden - was das Ergebnis angeht und was das Wachstum angeht." Der Überschuss wuchs 2009 dank Steuereffekten auf 342 (321) Millionen Euro.

Im vergangenen Jahr kletterten die Kundeneinlagen um 10,9 Milliarden Euro auf den Rekordwert von 75,3 Milliarden Euro. Zuwächse verbuchte die ING-DiBa auch bei der Baufinanzierung und - teils dank der Abwrackprämie für Altautos - bei den Verbraucherkrediten. Gespart wurde etwa beim Personal: Die Mitarbeiterzahl sank auf 2750 (2794).

Zum Jahresende hatte die 100-Prozent-Tochter des staatlich gestützten niederländischen Finanzkonzerns ING in Deutschland und Österreich 6,87 Millionen Kunden - etwa 200 000 mehr als im Vorjahr. Die ING-DiBa kündigte ein Internetportal an, das Kunden Finanzprodukte besser erklären und Anlegern helfen soll, ihre Risikobereitschaft richtig einzuschätzen. Die Branche insgesamt sei "von echter Transparenz noch weit, weit entfernt", urteilte Tellings.

DPA DPA

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