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Gebührenstreit: Sparkasse sperrt Visa-Kreditkarten aus

Wer als Kunde einer Direktbank darauf angewiesen ist, sein Bargeld per Visa-Karte an einem Geldautomaten zu ziehen, könnte Probleme bekommen - zumindest bei Sparkassen. Denn die wollen ihre Verträge mit Visa kündigen. Eine erste Kasse hat diesen Schritt bereits gemacht.

Kunden von Direktbanken in Deutschland drohen Probleme bei der Bargeld-Beschaffung mit ihren Visa-Karten. Die Sparkassen wollten ihre Verträge mit dem Kreditkartenunternehmen kündigen, berichtete die "Frankfurter Rundschau" am Freitag.

Als bundesweit erste hat die Sparkasse Institut Dinslaken-Voerde-Hünxe (Nordrhein-Westfalen) diesen Schritt vollzogen. "Ab dem 28. Februar 2009 gehen die Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe und Visa-Card getrennte Wege", schrieb das Institut an seine Kunden. "Ab diesem Termin ist Ihre Visa-Card ungültig." Die Sparkasse hat nach eigenen Angaben unter ihren eigenen Kunden etwa 500 Visa-Kartennutzer. Auch andere Sparkassen erwägen eine Kündigung. Die Kreissparkasse Heilbronn rechne "in den kommenden Tagen" mit einem entsprechenden Beschluss, sagte ein Mitglied des Vorstands.

Die Sparkassen sind erbost darüber, dass Direktbanken wie ING-Diba, Volkswagenbank oder DKB keinerlei Kosten für die Bargeldversorgung ihrer Kunden und damit einen Wettbewerbsvorteil haben. Die Direktbanken haben die Visa-Karte zur Geldkarte umfunktioniert.

Den Sparkassen ist aber die Gebühr zu niedrig, die sie erhalten, wenn Kunden von Direktbanken mit der Visa-Karte die sparkasseneigenen Geldautomaten nutzen. Die Vertragsbedingungen des Kreditkartenunternehmens sehen eine Gebühr von 1,74 Euro pro Abhebung vor, die von Direktbanken wie ING-Diba oder Comdirect an die Sparkassen zu entrichten ist. Hebt jedoch ein Kunde mit einer EC-Karte bei einem Konkurrenten seiner Hausbank Bargeld am Automaten ab, werden um die 4,50 Euro fällig.

Im vergangenen Jahr hatten zahlreiche Sparkassen ihre Geldautomaten für Visa-Kunden mehrerer Direktbanken gesperrt. Dagegen zogen Direktbanken vor Gericht. In mehreren Gerichtsverfahren bekam mal die eine, mal die andere Seite Recht.

"Visa hat das Interesse, dass dieser Konflikt nun schnell gelöst wird", sagte ein Sprecher des Unternehmens am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt. Für die nächsten Wochen sei ein Gespräch mit Sparkassen und Direktbanken geplant. Die Diskussion beschädigt nach Einschätzung von Experten auch das Image der Marke Visa. In Deutschland waren nach Unternehmensangaben Ende des Geschäftsjahres 2007/08 (30.9.) 15,9 Millionen Visa-Karten im Umlauf.

DPA/AFP / DPA

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