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Manager trifft Mönch: Plädoyer wider die Profitgier

Profitdenken darf für große Konzerne nicht mehr die Maxime sein. Das sagt Jochen Zeitz, Vorstandschef des Sportartikelherstellers Puma, im stern-Interview. Gemeinsam mit dem Benediktiner-Pater Anselm Grün schwärmt er von einem neuen "Ökokapitalismus".

Der Vorstandsvorsitzende des Sportartikelherstellers Puma, Jochen Zeitz, hat die deutsche Wirtschaft zu stärkerem ökologischen Denken aufgefordert. Dem stern sagte er: "Fakt ist, dass wir unser altes Modell des Wirtschaftens, das auf der industriellen Revolution aufbaut, neu gestalten müssen." Wirtschaftliches Wachstum, Konsum und Erhaltung der Natur könnten und dürften sich nicht länger ausschließen. Zeitz: "Nur Profite zu maximieren war gestern. Heute geht es um nachhaltiges Wirtschaften."

Der Puma-Chef warb im stern dafür, dass Wirtschaft und Umwelt "im Rahmen eines neuen Ökokapitalismus eine Symbiose eingehen" müssten. Dazu seien Kooperationen von Unternehmen, Nichtregierungsorganisationen und anderen Interessengruppen nötig. Das Sport- und Modeunternehmen aus dem fränkischen Herzogenaurach will Zeitz "zu einem der begehrtesten, nachhaltigen Sportlifestyle-Unternehmen machen." Zeitz: "Wäre der Chef einer Firma wie Puma nur den Aktionären verpflichtet, wäre mir das zu wenig."

Das Interview gab Zeitz gemeinsam mit dem Benediktiner-Pater und Bestsellerautor Anselm Grün. Der Pater warnte vor dem ungezügeltem Kapitalismus: "Wo die Wirtschaft brutal ist, da ist auch die Gesellschaft brutal." Daher müssten Unternehmen ein Vorbild sein. Grün zum stern: "Die Kultur in den Firmen beeinflusst die gesamte Gesellschaft." Führungskräften empfahl er: "Meine Erfahrung zeigt, dass Manager, die an Gott glauben, entspannter sind."

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