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Zeitz Museum of Contemporary Art Africa : Aus einem alten Silo ist Afrikas wichtigstes Museum geworden - so sieht es jetzt aus

Mit dem Zeitz Museum of Contemporary Art Africa hat Kapstadt eine neue Attraktion von Weltrang. Hinter dem Umbau des alten Getreidespeichers zum spektakulären Mega-Museum steht ein deutscher Mäzen.

Zeitz Museum of Contemporary Art Africa

Das Zeitz Museum of Contemporary Art Africa ist in einem ausgehöhlten ehemaligen Getreidespeicher am Hafen von Kapstadt untergebracht. Die oberen Stockwerke krönt das Fünf-Sterne-Hotel The Solo.

Die Aufgabe für den Architekten konnte größer nicht sein: Wie verwandelt man einen 95 Jahren alten Getreidespeicher, der aus 42 vertikalen Betonröhren besteht, in Ausstellungsräume für moderne Kunst?

Bisher war der 57 Meter hohe Silokomplex eher ein Schandfleck, ein industrielles Überbleibsel in der Hafengegend, die in den letzten Jahrzehnten eine andere Nutzung erfahren hat: Die Victoria & Alfred Waterfront gilt mit ihren Hotels, Shops und Restaurants als einer der Ausgehbezirke und zieht heute 24 Millionen Besucher pro Jahr an.

Dem britischen Architekten Thomas Heatherwick gelang die Umwidmung der Betonsilos perfekt. Sein Kunstgriff: Im Inneren hat er die Röhren auffräsen lassen. Dadurch entstanden einzigartige Räumlichkeiten, die fast schon einen sakralen Charakter haben.

In den neun Etagen, verteilt auf 6000 Quadratmetern Galerie- und 3500 Quadratmetern Ausstellungsfläche, entstand das größte Museum für zeitgenössische Kunst Afrikas: das Zeitz Museum of Contemporary Art Africa, kurz MOCAA.

Freier Eintritt für Jugendliche unter 18 Jahren

Die Kunstwerke stammen aus der Privatsammlung des deutschen Initiators, Kunstsammlers, Mäzens und Namensgebers Jochen Zeitz. Der 54-Jährige hat eine steile Karriere hinter sich. Im Alter von 30 Jahren wurde der Deutsche zum Vorstandsvorsitzenden der Sportartikelfirma Puma berufen. Damit war er der jüngste Vorstandsvorsitzende eines börsennotierten deutschen Unternehmens.

Im Jahre 2008 gründete er die "Zeitz Foundation of Intercultural Ecosphere Safety", die innovative Projekte und den Umweltschutz unterstützt, sowie mit seiner Stiftung den interkulturellen Dialog fördert. "Wir haben die Möglichkeit erhalten, ein Museum für die gesamte Menschheit zu schaffen, und wir müssen sicherstellen, dass wir dieses Versprechen halten", sagt Mark Coetzee, verantwortlicher Direktor und Chefkurator des MOCAA: "Das Recht auf kulturelles Mitwirken und den Zugang zu den Überlieferungen, die die verschiedensten Kulturen repräsentieren, ist in unseren Menschenrechten verankert. An diesen Prinzipien wird Zeitz MOCAA festhalten, für sie einstehen und als zentralen Auftrag seines Seins definieren."

Zur Erinnerung: Südafrikaner mit schwarzer Hautfarbe durften bis 1994 kein Museum besuchen. Deshalb soll niemandem der Eintritt aus finanziellen Gründen verwehrt werden. Mittwochs haben die Bürger afrikanischer Länder deshalb freien Eintritt, Jugendliche unter 18 Jahren an allen Tagen. 


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