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Meldungen: Termin für Börsengang in Gefahr

Der geplante Börsengang der Internetfirma Google wird sich möglicherweise um eine Woche verschieben. Die unrechtmäßig ausgegebenen Aktien an Mitarbeiter sollen aber nicht dafür verantwortlich sein.

Der Betreiber der Internet- Suchmaschine Google wird den für kommende Woche erwarteten Börsengang in den USA nach Angaben aus mit dem Sachverhalt vertrauten Kreisen möglicherweise um eine Woche verschieben.

Google will angeblich mehr Angebote

Das Unternehmen warte darauf, dass mehr institutionelle Investoren ein Angebot bei der Auktion für die Aktien abgeben, hieß es in den Kreisen am Donnerstag zur Begründung. Die Verschiebung habe aber nichts damit zu tun, dass Google möglicherweise über Jahre hinweg unrechtmäßig Aktien an Mitarbeiter ausgegeben habe. Ein Google-Sprecher sowie die mit der Emission betrauten führenden Banken Credit Suisse First Boston und Morgan Stanley lehnten eine Stellungnahme zum Zeitplan für den Börsengang ab.

Der weltweite Branchenprimus hat seinen Gang an die US-Technologiebörse Nasdaq bislang für Mitte August in Aussicht gestellt. In Medienberichten war von Dienstag oder Mittwoch kommender Woche als möglichem Zeitpunkt die Rede gewesen. Google peilt früheren Angaben zufolge ein Emissionsvolumen von 3,3 Milliarden Dollar an. Der Börsengang wäre der größte eines Internet-Unternehmens seit 1995, als die inzwischen im Time-Warner-Konzern aufgegangene Softwarefirma Netscape ihre Aktien an den Markt brachte.

Aktienausgabe verstößt gegen Börsengesetz

Einem am Mittwoch veröffentlichten Schriftwechsel zwischen Google und der US-Börsenaufsicht SEC zufolge gab das Unternehmen Anteile an Beschäftigte aus, ohne die Börsenaufsicht darüber zu informieren. Nach eigenen Angaben verkaufte Google zwischen September 2001 und Juni diesen Jahres 23,2 Millionen Aktien an 1105 ehemalige und derzeitige Mitarbeiter. Zusätzlich vergab Google 5,6 Millionen Aktienoptionen. Google räumte selbst ein, das Wertpapiergesetz des Bundes sowie 18 weiterer US-Bundesstaaten verletzt haben zu können, weil die Firma dies nicht meldete. Das Unternehmen will nun versuchen, die Aktien und Optionen bis September für 25,9 Millionen Dollar zurückzukaufen. Allerdings ging die kalifornische Firma bereits davon aus, dass einige Eigner Google eher verklagen könnten, als das Rückkaufangebot zu akzeptieren.

Reuters / DPA / Reuters
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