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Nach Neckermann-Insolvenz: Versandhändler Otto erwirbt Markenrechte

Im Juni musste Neckermann Insolvenz melden. Seine Marke lebt jedoch weiter: Das Versandhaus Otto erwarb nun die Rechte an der Marke.

Der traditionsreiche Name des Versandhändlers Neckermann lebt auch nach dessen Aus weiter: Der Hamburger Konkurrent Otto habe die Rechte an der Marke Neckermann.de in Deutschland und deren Eigenmarken sowie die Rechte an den Internet-Auftritten aus der Insolvenzmasse erworben, teilten die Insolvenzverwalter aus der Anwaltskanzlei CMS Hasche Sigle am Donnerstag mit. Otto Group erhalte zudem Zugang zu Adressdaten der Neckermann-Kunden, um werben zu können. Der Kauf stehe aber noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörde.

Das Ende von Neckermann

Neckermann.de hatte im Juli Insolvenz angemeldet. Zwei Monate später erklärten die Insolvenzverwalter das endgültige Aus für das Traditionsunternehmen mit seinen rund 2000 Beschäftigten. Gespräche mit Kaufinteressenten waren gescheitert. Die Schuld dafür sahen die Verwalter bei den Vorbesitzern Neckermanns. Die Verwalter warfen dem Management unter dem bisherigen Eigentümer, dem Finanzinvestor Sun Capital, indirekt Geldverschwendung vor. Die Interessenten hätten vor allem moniert, dass über einen langen Zeitraum hinweg nicht kostenbewusst gewirtschaftet worden sei. Überall seien sie bei ihrer Prüfung auf die sichtbar schlimmen Folgen für die Wirtschaftlichkeit des Betriebs gestoßen.

Sun Capital hatte 2008 die Mehrheit an dem Unternehmen übernommen. Der US-Finanzinvestor drehte im Juli den Geldhahn zu, nachdem er nach eigenen Angaben 200 Millionen Euro investiert hatte. Nicht von der Insolvenz betroffen ist der Touristik-Anbieter Neckermann Reisen, der seit längerem zu Thomas Cook gehört. Neckermann hatte mit seinem Kataloggeschäft und dem berühmten Slogan "Neckermann macht's möglich" über Jahrzehnte den Versandhandel in Deutschland geprägt. Auf das boomende Internetgeschäft hatte der Konzern aber zu spät gesetzt.

ds/Reuters / Reuters