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Neuordnung: DAX, TecDax, MDax - Wer kommt rein?

Spannung vor der Entscheidung über die anstehende Indexzusammensetzung am (morgigen) Dienstagabend. Wer muss den Börsenolymp möglicherweise verlassen?

Der Umbau des deutschen Aktienmarktes nimmt Gestalt an: Die radikale Neuordnung wurde schon 2002 beschlossen, am (morgigen) Dienstagabend entscheidet die Deutsche Börse, welches Unternehmen in welchen Index kommt. Außerdem stehen turnusmäßig die 30 DAX-Werte auf den Prüfstand. Ihr Börsenwert und Handelsumsatz wird jeden Monat berechnet, alle drei Monate steht dann die Entscheidung an, wer im deutschen Börsenolymp bleibt. Dieses Mal ist der Finanzdienstleister MLP Wackelkandidat.

MLP ist Wackelkandidat

Sollte MLP den Deutschen Aktienindex (DAX) verlassen müssen, stehen Beiersdorf (unter anderem Nivea), Continental (Reifen) und T-Online (die Internet-Tochter der Telekom) als mögliche Nachrücker bereit.

Neue Regeln

Die Neuordnung des Aktienmarktes ist seit November 2002 beschlossene Sache. Danach gestaltet sich die neue Indexwelt, deren Handelsstart für den 24. März geplant ist, wie folgt: Um in einem Index vertreten zu sein, müssen sich die Unternehmen für den so genannten Prime Standard - für den bestimmte Regeln gelten - qualifizieren.

370 wollen in Prime Standard

Nach Angaben der Deutschen Börse vom Montag sind bisher 370 Unternehmen für den Prime Standard zugelassen. Sie haben damit zumindest die Chance, in einen Auswahlindex - künftig werden das DAX, MDAX, SDAX, TecDAX und zunächst noch NEMAX 50 sein - zu kommen. Alle anderen landen automatisch im General Standard, für den die gesetzlichen Mindestanforderungen des Amtlichen Marktes oder Geregelten Marktes gelten.

Wichtig für internationale Ausrichtung

Der Prime Standard ist für Unternehmen zugeschnitten, die sich auch international positionieren wollen und dementsprechend Transparenzanforderungen erfüllen müssen. Dazu zählen unter anderem Quartalsberichterstattung, internationale Rechnungslegungsstandards oder auch mindestens eine Analystenkonferenz im Jahr.

Indexfamilie bekommt Zuwachs

Der DAX umfasst weiterhin die 30 deutschen Werte, die nach Börsenumsatz und Marktkapitalisierung am größten sind. Unterhalb des DAX ändert sich aber einiges, denn hier wird nach klassischen Branchen (MDAX und SDAX) und technologisch ausgerichteten Branchen (TECDAX und zunächst noch NEMAX 50) unterschieden.

MDax schrumpft auf 50 Werte

Der MDAX, Index für die Unternehmen, die der Größe nach den DAX-Werten folgen, wird von 70 auf 50 Werte verkleinert. Der SDAX bleibt weiterhin der Index für die 50 kleineren Werte. Für die Technologieunternehmen wird es den TecDAX mit den 30 größten Unternehmen dieser Branchen geben. Er ist nicht mit dem NEMAX 50 identisch: Erstens sind im TecDAX nur Technologieunternehmen enthalten, zweitens sind es 30 statt 50. Der NEMAX 50 soll noch bis Ende 2004 berechnet werden.

Neu: Der HDAX

Die Indexfamilie bekommt außerdem Zuwachs. Aus dem DAX 100, der bisher die 100 größten Werte beinhaltete, wird der leicht modifizierte HDAX: Hier werden zukünftig DAX, MDAX und TecDAX zusammengefasst - also 110 Werte. Auch bei den mittelgroßen Werten gibt es einen zusätzlichen Index, den Mid-Cap-Market-Index. Er fasst nur MDAX und TecDAX zusammen und enthält damit 80 Titel.

Technology-All-Share ersetzt Nemax-All-Share

Zum bereits bekannten CDAX (alle deutschen Unternehmen des Prime und General Standards) kommen zwei weitere All-Share-Indizes unterhalb des DAX hinzu: Ein Classic-All-Share für alle Titel aus klassischen Branchen und ein Technology-All-Share für alle Technologiebranchen. Letzterer löst den NEMAX-All-Share ab.