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New York: Bitcoin-Handel nur noch mit Lizenz

Der US-Bundesstaat New York verschärft die Vorschriften für virtuelle Währungen. Unternehmen, die mit Bitcoins handeln, müssen strengere Auflagen hinnehmen - und etwa Fingerabdrücke hinterlegen.

Wer mit der virtuellen Währung Bitcoin handelt, muss künftig eine Lizenz beantragen und sich einer Zuverlässigkeitsprüfung unterziehen.

Wer mit der virtuellen Währung Bitcoin handelt, muss künftig eine Lizenz beantragen und sich einer Zuverlässigkeitsprüfung unterziehen.

Wer künftig im US-Bundesstaat New York noch mit Bitcoins handeln will, braucht bald die Lizenz "Bitlicense". Die bekommen Unternehmen und ihre Angestellten nach einer Zuverlässigkeitsprüfung. Außerdem sollen die Fingerabdrücke und ein Foto beim FBI hinterlegt werden. Neben der Lizenz müssen künftige Händler und Unternehmen alle Daten über Transaktionen mindestens für zehn Jahre archivieren. Kunden müssen ihren Namen und Adresse angeben.Über "Reddit" kündigt der Leiter der Finanzaufsicht des Staates New York, Benjamin M. Lawsky, diese Veränderungen zum Handel mit der virtuellen Währung an.

Diese Vorschriften gelten bisher schon für finanzielle Institutionen, beispielsweise Banken. Somit gleicht New York die Anforderungen und Auflagen, die Geldhäuser schon heute erfüllen müssen, auch auf die Welt der virtuellen Währungen an. Händler müssen in Zukunft das Vermögen der Kunden in der gleichen digitalen Währung vorhalten. Eine Kaution beim Staat oder ein Treuhandkonto wird ebenfalls gefordert, wie "Golem" berichtet. Die Bitcoin Foundation fürchtet, dass Sonderregeln für virtuelle Währungen geschaffen werden. Sie fordern, dass die Diskussionsphase verlängert wird. Bisher sind 45 Tage vorgesehen - der Verband fordert 365 Tage.

Auch außerhalb der USA

Kritische Kommentare häufen sich seit der Veröffentlichung des 40-seitigen Entwurfes. Zu schwammig seien die Formulierung, um klar erkennen zu können, wer wirklich von der Regulierung betroffen sei. Zwar sind Privatpersonen und Händler, die mit Bitcoins lediglich bezahlen, vom Regelwerk ausgenommen, doch in dem vorläufigen Entwurf finden sich deutliche Auflagen für Institutionen, die mit der virtuellen Währung handeln.

Die Kritiker fürchten, dass das Regelwerk nicht nur Banken und Institutionen trifft - sondern auch diejenigen, die für andere mit einer digitalen Währung handeln. Dies würde auch Personen einbeziehen, die virtuelles Geld über Webseiten überweisen. Auch Börsen, die Bitcoins in andere virtuelle Währungen tauschen, sind vom Regelwerk betroffen.

Einer der möglichen Verschärfungen beim Umgang mit der virtuellen Währung könnte die Anfang des Jahres gestellte Insolvenz der Bitcoin-Börse Mt.Gox sein. Damals waren Millionen der Digital-Währung einfach verschwunden, nachdem der WEchselkurs überraschend stark gestiegen war. Das Cyber-Geld war in der Vergangenheit immmer wieder kritisiert worden.

Der Bitcoin-Mining-Verband BTC Guild weist auf "Reddit" darauf hin, dass die Regelungen auch für Kunden außerhalb der USA gelten - und fürchten um das Mining-Geschäftsmodell.

Katharina Grimm
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