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Postbank: Postbank will schon vor der Sommerpause an die Börse

Nach einem Rekordjahr hat sich die Postbank fit für einen früheren Börsengang gemacht. Die Post-Tochter will bereits im Frühsommer an die Börse. Trotzdem geht der Stellenabbau weiter.

Nach einem Rekordjahr hat sich die Postbank fit für einen früheren Börsengang gemacht. Die Post-Tochter will bereits im Frühsommer an den Aktienmarkt und nicht wie ursprünglich geplant erst im Herbst, wie Vorstandschef Wulf von Schimmelmann am Mittwoch sagte. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstagausgabe) steht als Termin bereits der 21. Juni fest. Es ist der erste Börsengang in Deutschland seit Herbst 2002, nachdem X-Fab und Siltronic ihren Gang aufs Parkett abgesagt hatten.

Risikoarmes Geschäft hat Vorteile

"Wenn nichts Unvorhergesehenes passiert, wird die Postbank-Aktie noch vor der Sommerpause erstmals auf den Kurszetteln der deutschen Börsen stehen", sagte Vorstandschef Wulf von Schimmelmann am Mittwoch in Frankfurt. "Wir sind sehr zuversichtlich, dass unser relativ risikoarmes Geschäftsmodell auch hier an der Börse erfolgreich sein wird." Banken mit einem ähnlichen Geschäftsmodell in Europa seien vom Auf und Ab der Börsen in den vergangenen Jahren nicht annähernd so stark betroffen wie andere Institute mit stärkerem Engagement im Firmenkundengeschäft oder Investment-Banking, sagte Schimmelmann.

Mit der IPO-Kampagne "Substanz bewegt" wolle die Postbank die Stärken und Besonderheiten ihres Geschäftsmodells noch stärker herausstellen als bisher. Nach Angaben Schimmelmanns wird die Deutsche Post auch nach dem Börsengang die Mehrheit an ihrer Tochter behalten. Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) begrüßte, dass nun die Postbank mit ihrem "funktionierenden Geschäftsmodell" als erstes Unternehmen dieses Jahres an die Börse geht. "So was brauchen wir", sagte er.

Kundenzahl gesteigert

Im vergangenen Jahr hatte die Post-Tochter ein Rekordergebnis erzielt. Das Vorsteuerergebnis stieg um fast 25 Prozent auf 497 Millionen Euro, der Jahresüberschuss sogar um mehr als das Doppelte auf 352 Millionen Euro. Zugleich wurden die Zahl der Mitarbeiter um 15 Prozent auf 8.697 Beschäftigte verringert. Und auch in diesem Jahr soll der Stellenabbau weitergehen. Die Mitarbeiterzahl werde aber nicht unter 7.500 zum Jahresende sinken, versicherte das Unternehmen. 2003 sei trotz der Konjunkturschwäche und niedriger Zinsen in vieler Hinsicht ein Rekordjahr für die Postbank gewesen, sagte Schimmelmann. Die Zahl der Kunden stieg um 770.000 auf 11,5 Millionen. Die Erträge lagen trotz der niedrigen Zinsen mit 2,38 Milliarden Euro nur um 1,9 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Während sich der Zinsüberschuss verringerte, stiegen Provisionsüberschuss sowie Handels- und Finanzanlageergebnis. Die Verwaltungsaufwendungen sanken um 3,9 Prozent auf 1,81 Milliarden Euro. Die Eigenkapitalrendite nach Steuern verbesserte sich um 2,9 Prozent auf 7,6 Prozent.

Privatkundengeschäft brachte Löwenanteil

Den Löwenanteil zu dem Ergebnis vor Steuern trug das Privatkundengeschäft mit 381 Millionen Euro bei. Aber auch das Firmenkundengeschäft habe sich mit einem Plus beim Vorsteuerergebnis um fast 27 Prozent auf 118 Millionen Euro erfreulich entwickelt, sagte Schimmelmann. Auch für das laufende Jahr zeigte sich der Vorstandschef zuversichtlich. Die Postbank habe auf Grund ihrer wachsenden Bekanntheit immer größere Wachstumschancen. Großes Potenzial sieht der Postbank-Chef auch bei der Abwicklung des Zahlungsverkehrs für andere Banken. Mit der Dresdner Bank wurde schon ein Vertrag geschlossen,mit der Deutschen Bank soll demnächst eine endgültige Vereinbarung getroffen werden.

DPA