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"Finanztest": Rente mit 63: Wie Sie früher in den Ruhestand gehen können - und was das kostet

Wer nicht bis zum offiziellen Renteneintrittsalter arbeiten will, sondern schon früher in Rente gehen möchte, muss mitunter mit herben Einbußen rechnen. "Finanztest" rechnet verschiedene Modelle vor.

Früher in Rente gehen

Früher in Rente gehen - so klappt das

Getty Images

Jüngst stritten sich wieder Experten über das Renteneintrittsalter. Die Rente mit 70 wurde gefordert, um den Kollaps des Systems abzumildern. Dabei geht die Diskussion an der Realität vorbei, denn schon heute arbeiten die Deutschen gar nicht bis zur Rentenschwelle, sondern  gehen früher in den Ruhestand. 

2018 liegt das Renteneintrittsalter für den Geburtenjahrgang 1953 bei 65 Jahren und sieben Monaten. Schritt für Schritt wird das Alter bis auf 67 Jahre erhöht. Wer nicht so lange arbeiten will, kann zwar früher Rentner werden - doch dann gibt es Einbußen bei der Rente. "Finanztest" hat seine Leser aufgerufen, ihren Weg in die Frührente zu erzählen.

Rente mit 63: Beitragsjahre sind wichtig

Einer dieser Leser ist Klaus Manal. Er konnte mit 63 Jahren und vier Monaten in Rente gehen, ohne Abschläge in Kauf nehmen zu müssen. Das liegt daran, dass er den Status "besonders langjähriger Versicherter" inne hat - weil er eine Versicherungszeit von 45 Jahen in der Rentenversicherung vorweisen kann. Zu dieser Zeit zählen neben den Beiträgen aus sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung auch Zeiten mit Bezug von ALG I, Krankengeld, Kurzarbeit und Insolvenzgeld. Anders als bei der Frührente (nach 35 Beitragsjahren) wird bei Kandidaten, die genug Beitragsjahre zusammen haben, die Rente nicht gekürzt. "Wer die Frührente nach 45 Beitragsjahren nicht in Anspruch nimmt, sondern bis zum Regelalter weiterarbeitet, bekommt insgesamt nicht mehr Geld", so das Urteil der Finanztester.

Wer auf mindestens 35 Beitragsjahre kommt, darf auch früher gehen - muss aber mit Abschlägen rechnen. So wie Christian Bollinger, der sich schon früh um seinen vorzeitigen Renteneintritt kümmerte. Das empfehlen die Experten auch anderen: Ab dem 50. Geburtstag sollte man die Weichen stellen. Als Faustformel gilt: Jeder vorgezogene Monat in der Rente bedeutet 0,3 Prozent weniger Rente. "Finanztest" führt einige Beispiele auf: Wer 1959 geboren wurde und 35 Versicherungsjahre vorweisen kann, würde regulär mit 66 Jahren und zwei Monaten in Rente gehen - der Austritt mit bereits 63 Jahren beschert einen Abschlag von 11,4 Prozent bei der Rente. Für Menschen, die 1963 geboren wurden, liegt das Renteneintrittsalter bei 66 Jahren und zehn Monaten. Wer dennoch mit 63 Jahren aufhören möchte zu arbeiten, muss 13,8 Prozent Abschlag verschmerzen. 

Rente und Jobben

Die "Finanztester" rechnen auch vor, wie sich frühe Rente und Arbeiten vertragen kann. Arbeitspsychologen würden gerade bei sehr fordernden Jobs raten, einen fließenden Übergang vom Job in den Ruhestand anzupeilen. Ein Tipp der Experten: Bis zu 6300 Euro im Jahr können zur Frührente hinzuverdient werden, ohne dass sich der Verdienst auf die Rente auswirkt. Erst Einkommen darüber hinaus werden zu 40 Prozent auf die Rente angerechnet. Außerdem werden Rentenbeiträge, Steuern und Sozialabgaben fällig, wenn mehr verdient wird. So kann sich rechnerisch ein Mini-Job lohnen. Hier sollten Interessierte gemeinsam mit einem Berater durchrechnen, ob sich das lohnt. 

Das gesamte Frührenten-Paket von Finanztest bekommen Sie gegen Gebühr unter www.test.de.

Fanny H. 

kg
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.