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Karriere: Zehn Gründe, warum Sie ständig Job-Absagen kassieren

Sie schreiben Bewerbungen, tanzen zum Vorstellungsgespräch an - und doch stellt keine Firma Sie ein. Das kann an einem dieser zehn Fehler liegen.

Absage im Job: Warum man nicht eingestellt wird

Absage im Job: Warum man nicht eingestellt wird

Getty Images

Sie haben endlos viele Bewerbungen abgeschickt, den Lebenslauf aufgebrezelt und sind auch zu Vorstellungsgesprächen angetrabt. Und die liefen gar nicht schlecht, fanden Sie. Dennoch: Es hagelt Job-Absagen. Klar, das kann passieren - schließlich sind ausgeschriebene Stellen auch schon unter der Hand vergeben worden oder die Firmen suchen jemanden mit anderen Fähigkeiten. Aber wenn nach einigen Anläufen immer noch kein Jobangebot eintrudelt, frustriert das. Vielleicht liegt es an einem dieser zehn Fehler bei der Bewerbung, dass es bisher noch nicht mit dem neuen Job geklappt hat.

1. Sie sind ein kleiner Fisch in der großen Bewerberflut

Bei einigen Stellenausschreibungen ist klar, dass eine wahre Flut an Bewerbern darauf reagieren wird. Dann werden Bewerber, die auch nur ein kleines bisschen von den Vorgaben abweichen, schnell ausgesiebt. Zu alt, zu wenig Erfahrung, zu wenig Qualifikation - und zack, man ist raus aus dem Verfahren. Tipp: Wer bei einer solchen Stelle auffallen will, muss sich besonders viel Mühe bei der Bewerbung geben (oder sehr kreativ vorgehen). Weitere Möglichkeiten wären, Initiativbewerbungen zu verfassen, um sich abzuheben. 

2. Sie lästern über ihren ehemaligen Arbeitgeber

Den noch aktuellen oder ehemaligen Arbeitgeber in einem Bewerbungsgespräch mies machen, ist gar keine gute Idee. Wie das Karriereportal "Xing" berichtet, gab mehr als die Hälfte der von CareerBuilder befragten Personalchefs an, dass dies der größte Fehler im Vorstellungsgespräch sei. Also: Auch wenn man mit dem Ex-Chef gar nicht klar gekommen ist - besser dazu schweigen.

3. Derbe Witze und flotte Sprüche: Nicht zu persönlich werden

Das Bewerbungsgespräch läuft top, meinen Sie. Der Chef bietet gleich das "Du" an, weil das im Unternehmen so üblich sei. Super, denken Sie - den Job habe ich ja quasi sicher. Nicht wirklich, denn wenn Sie den Bereich der Professionalität verlassen und zu privat werden, kann das aufstoßen. Nur weil sich in einigen Firmen geduzt wird, heißt das nicht, dass die Mitarbeiter Privates vor den Kollegen ausbreiten. Ein Tipp: Private Aktivitäten, die Sie gut dastehen lassen wie ehrenamtliches Engagement dürfen Sie erwähnen. Politische oder religiöse Themen sind aber tabu. Und derbe Witze sowieso. Das sehen auch 13 Prozent der befragten Manager in der CareerBuilder-Umfrage so, berichtet "Xing".

4. Sie sind schlecht vorbereitet im Vorstellungsgespräch

Einige Bewerber glauben, dass nur wenn Sie selbst alle Fragen beantworten und keine Fragen haben, als besonders gut vorbereitet gelten. Das ist falsch. Wer das Gespräch dafür nutzt, um offene Fragen anzubringen, wird ernster genommen, sagen 35 Prozent der befragten Manager. Was für Fragen denn, denken Sie? Informieren Sie sich über das Unternehmen, dabei entwickeln sich schnell Fragen. Oder: Interessieren Sie sich für die Unternehmenskultur, für die Art und Weise wie miteinander gearbeitet wird. Solche Dinge kann man nur schwer recherchieren. 

5. Sie kommen geldgierig rüber

Den Punkt Geld kann man schnell erklären: Hier macht der Arbeitgeber den Anfang. Entweder fragt er Sie nach Ihren Vorstellungen. Oder er unterbreitet ein finanzielles Angebot. Lenken Sie nicht das Thema selbst auf diesen Punkt - das ist unprofessionell. 

6. Tief stapeln vs. die Werbetrommel rühren ...

Es ist eine Kunst, sich richtig zu präsentieren. Die einen stapeln zu tief und reden ihre Fähigkeiten klein. Die anderen pumpen ihr Können auf, obwohl sie eigentlich gar keine besonderen Skills mitbringen. Hier sollte man sich sowohl in der Bewerbung als auch im Gespräch auf die Punkte konzentrieren, die man wirklich gut beherrscht und die dem Unternehmen nützen. Wer nur wackeliges Englisch beherrscht, sollte sich nicht als Native Speaker verkaufen.


7. ... oder gleich richtig lügen

Wer im Bewerbunsgverfahren schummelt oder dreist lügt, fliegt früher oder später auf. Das gilt auch für Lücken im Lebenslauf oder Karriereknicke. Statt bei negativen Punkten rumzueiern, stellen Sie ihre echten Fähigkeiten in den Vordergrund und erklären Sie sachlich, wie es zu Rückschritten oder Lücken im Leben kam. 

8. Zu wenig oder zu viel Qualifikation

Auch wenn der Job in der Stellenanzeige noch so verlockend klingt: Prüfen Sie, ob Sie die geforderten Qualifikationen mitbringen. Sicherlich werden in vielen Branchen auch Quereinsteiger genommen. Aber wer gelernter Kaufmann ist und sich auf eine Ingenieursstelle bewirbt, muss damit rechnen, nicht genommen zu werden. 

Auf der anderen Seite fliegen Bewerber aus dem Auswahlprozess, weil sie überqualifiziert sind. Unternehmen fürchten, dass überqualifizierte Mitarbeiter sich schnell langweilen auf der Position. Wollen Sie die Stelle trotzdem gerne haben, erklären Sie das ganz klar - und sprechen damit selbst die mögliche Überqualifikation an. 

9. Sie haben keine Ziele

Selbst wenn Sie erst neu in ein Unternehmen einsteigen, wollen Personaler gerne wissen, wo Sie sich in fünf Jahren sehen. Die Idee hinter der Frage: Wie schätzt sich der Mitarbeiter in spe ein? Welche Ideen bringt er mit? Wie sieht sein Karrieremanagement aus? Also fragen Sie sich vor Bewerbungsgesprächen selbst, was Sie mitbringen - das könnte den Unterschied ausmachen.

10. Sie sind eine attraktive Frau oder ein Durchschnittsmann

Israelische Forscher fanden heraus, dass attraktive Frauen Nachteile beim Bewerbungsprozess haben. Zwar lieferten die Wissenschaftler keine Erklärung für dieses Phänomen, doch ein möglicher Grund war wohl Konkurrenzdenken unter Frauen im Unternehmen. Bei Männer verhält es sich anders. So muss ein attraktiver Mann durchschnittlich fünf Bewerbungen abschicken, um einen Job zu bekommen - ein weniger hübscher Mann braucht dafür elf Bewerbungen.

Szene Vorstellungsgespräch
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