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Geld vom Staat: Fünf Gründe, warum Sie die Steuererklärung machen sollten

Alle Jahre wieder nervt die Steuererklärung. Sie wollen sich den Stress mit den Formularen vom Amt lieber sparen? Tun Sie das nicht, denn Sie schenken dem Staat damit viel Geld.

Steuererklärung: Gründe für die Abgabe

Steuererklärung: Warum Sie unbedingt eine Steuererklärung machen sollten. 

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Auch dieses Jahr werden sich wieder unzählige Steuerzahler um die Erklärung für das Finanzamt drücken: Zu aufwendig, zu umständlich, zu schwierig. Doch damit verschenken sie richtig Geld. Denn es gibt gute Gründe, sich durch die nervigen Formulare zu arbeiten. Und: Dank Steuersoftware und Co. ist die Erklärung für das Amt deutlich einfacher geworden. Auch Laien, die bislang einen großen Bogen um die Steuererklärung gemacht haben, können mit wenig Aufwand Geld vom Finanzamt zurückbekommen. Also geben Sie sich einen Ruck - es lohnt sich ganz sicher!

1. Steuererklärung bringt richtig Geld 

Laut dem Statistischen Bundesamt bekommen Steuerzahler im Durchschnitt 875 Euro vom Finanzamt erstattet. Bei der Summe scheint es verwunderlich, dass ein Drittel der Steuerpflichtigen gar keine Steuererklärung an das Finanzamt schickt. Rund 90 Prozent der abgegebenen Steuererklärungen bringen eine Rückerstattung mit sich.

2. Rund sechs Stunden für die Steuererklärung

Das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln hat vor einigen Jahren Steuerpflichtige zu ihrer jährlichen Erklärung an das Finanzamt befragt. Das Ergebnis: Rund 6,3 Stunden verbringen die Menschen im Schnitt mit der Steuererklärung. Je höher der Bildungsabschluss, um so länger dauert das Ausfüllen der Felder. Wer als Angestellter arbeitet, die Steuerklasse nicht gewechselt hat (Eheschließung) und keinerlei besondere Ausgaben tätigen musste, kommt mit deutlich weniger Zeit aus. Und: Frauen nehmen sich insgesamt mehr Zeit als Männer für die Steuererklärung. 

3. Steuererklärung abgeben, schnell Geld bekommen?

Wie lange man auf den Steuerbescheid - und somit auf die Rückerstattung - warten muss, ist sehr unterschiedlich. Das Finanzamt in Bielefeld-Außenstadt braucht zuletzt nur 28 Tage, um den Steuerbescheid zu verschicken. Das Finanzamt in Essen-Nord benötigt dafür 86,6 Tage. Zu diesen Ergebnissen kam das Online-Portal "Lohnsteuer-kompakt". Insgesamt sind die Finanzämter in Hamburg im Bundesländervergleich am schnellsten, sie brauchen durchschnittlich 45 Tage. Wie lange Sie durchschnittlich auf den Steuerbescheid warten müssen, können sie bei"www.lohnsteuer-kompakt.de" einsehen.

4. Nützliche Helfer für die Steuererklärung

Wer mit den Formularen vom Finanzamt nicht zurechtkommt, nutzt einfach eine Steuersoftware. Die cleveren Helfer erklären jeden Schritt in der Steuererklärung, weisen auf Fehler hin und geben auch gleich die Summe an, die man vom Finanzamt erwarten kann. Die Programme kosten zwischen acht und 35 Euro - die Ausgaben dafür können aber im kommenden Jahr steuerlich geltend gemacht werden. Die Stiftung Warentest hat Steuerprogramme verglichen. Hier gibt es eine Auflistung, wie sich die Programme unterscheiden und was sie kosten.

 

5. Sie haben nichts steuerlich anzubringen? Von wegen!

Das Hauptargument, warum die Steuererklärung nicht erledigt wird: Es gibt nichts abzusetzen. Doch das ist falsch. So kann ein Teil der gezahlten Krankenkassen- und Pflegeversicherungsbeiträge abgesetzt werden. Auch Werbungskosten können pauschal (in Höhe von 1000 Euro!) von den Einkünften aus nicht selbstständiger Arbeit abgezogen werden. Sie beschäftigen eine Putzfrau oder haben Handwerker beauftragt? Auch diese Kosten lassen sich anteilig steuerlich geltend machen. Sie haben hohe Ausgaben für Krankheit oder Scheidung im vergangenen Jahr getätigt? Dann bringen Sie das bei der Steuererklärung an. Kurz gesagt: Im Grunde lohnt sich eine Steuererklärung immer. 

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Steuererklärung: außergewöhnlichen Belastungen

Bei den außergewöhnlichen Belastungen handelt es sich um Ausgaben, die durch Krankheiten, Behinderung oder auch Unterhaltszahlungen entstehen. Allerdings gibt es eine zumutbare Belastungsgrenze. Nur Kosten, die darüber liegen, können Sie auch absetzen. Wie hoch diese Summe ist, richtet sich nach dem Einkommen. Das ist einer der Gründe, warum Steuerzahler diesen Bereich meist nicht ausfüllen - und auch keine Quittungen (Medikamente, neue Brille, Behandlungen) aufbewahren. Ein großer Fehler: Der Bundesfinanzhof entschied 2017, dass die bisherige Berechnung dieser zumutbaren Belastung falsch sei. Wichtig für Steuerzahler: Alle Belege sammeln und bei der Steuererklärung angeben. Wie hoch der zumutbare Betrag ist, hängt vom Einkommen und der Anzahl der Kinder ab. Das Finanzamt Bayern hat einen Rechner online zur Verfügung gestellt.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.