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Sorgen um den Euro 750 Milliarden reichen - oder doch nicht?


Nach der Rettungsaktion für Irland und den Unruhen auf den Finanzmärkten versuchen Politiker und Notenbanker zu beruhigen. Auch Bundesbank-Chef Weber ist sich sicher: Der Euro wird nicht scheitern. Zur Not könne man den Hilfstopf aber weiter auffüllen.

Notenbanker und Politiker haben am Donnerstag Zweifel an der Zukunft des Euro energisch zurückgewiesen. Trotz der Unruhen an den Finanzmärkten und der nötigen Rettungsaktion für Irland sei die Gemeinschaftswährung sicher, sagte Bundesbank-Präsident Axel Weber. "750 Milliarden Euro sollten mehr als genug sein, um Attacken auf die Eurozone abzuwehren", betonte er mit Hinweis auf den existierenden Euro-Rettungsschirm.

Wenn der Rettungsschirm dennoch nicht ausreichen sollte, sei er sicher, dass die Euro-Staaten noch mehr Geld zur Verfügung stellen würden. Hintergrund ist offenbar die Sorge einiger Akteure auf den Finanzmärkten, mögliche Rettungsaktionen für Portugal und Spanien könnten das Volumen der bereitgestellten Hilfen sprengen.

"Der Rettungsschirm wäre groß genug für alle"

Auch nach Ansicht des Chefs des Euro-Rettungsschirms (EFSF), Klaus Regling, verfügt der Rettungsmechanismus für angeschlagene Euro-Staaten über ausreichende Finanzmittel. "Der Rettungsschirm wäre groß genug für alle. Und er verschafft den betroffenen Staaten die Zeit, die sie brauchen, um Wirtschaft und Finanzen wieder in Ordnung zu bringen," sagte Regling der "Bild-Zeitung" mit Blick auf Irland, Portugal und Spanien. Staaten wie Italien oder Frankreich sehe er ohnehin nicht in Gefahr.

"Dass der Euro scheitert, ist unvorstellbar," sagte Regling. Die Gefahr liege "bei Null". "Kein Land wird freiwillig den Euro abgeben. Für schwächere Länder wäre das wirtschaftlich Selbstmord, ähnlich für die stärkeren Länder. Und politisch wäre Europa ohne Euro nur die Hälfte wert."

"Keine Parallelen zwischen Irland und Portugal"

Der portugiesische EZB-Vorstand Vitor Manuel Ribeiro Constancio wollte ebenfalls nicht von Parallelen zwischen Irland und Portugal sprechen. Jeder Fall liege anders, sagte der Portugiese. Der Finanz- und Bankensektor beider Länder sei unterschiedlich. Er werde aber keine Prognose abgeben, ob Portugal Hilfe benötigen werde.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle warnte davor, nun ein Land nach dem anderen ins Gerede zu bringen. Die Fälle Irland, Portugal und Spanien seien sehr unterschiedlich.

fw/Reuters Reuters

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