Stichwort So funktioniert die Zinssteuer


Zum 1. Juli 2005 und damit sechs Monate später als geplant sollen für EU-Bürger neue Regeln für die Versteuerung ihrer Zinseinnahmen im Ausland in Kraft treten.

Die EU hat in Abkommen mit wichtigen Finanzplätzen außerhalb der Union ausgehandelt, dass auch Zinsen auf dortige Geldanlagen von EU-Bürgern nicht mehr am Fiskus vorbei kassiert werden können.

Die Schweiz, Liechtenstein, Monaco und andere Finanzplätze erreichten allerdings ebenso wie die EU-Staaten Belgien, Luxemburg und Österreich einen Schutz ihrer Bankgeheimnisse. Während alle anderen EU-Staaten sich an einem Informationsaustausch über Zinseinnahmen zwischen Banken und Finanzbehörden beteiligen, erheben diese Länder eine anonyme Quellensteuer. Kritiker sehen deshalb Steuerschlupflöcher nur teilweise gestopft, weil die Finanzbehörden weiterhin keine Rückschlüsse auf die Höhe eventuell schwarz in diese Länder transferierte Gelder ziehen können. Die wichtigsten Regeln für

Anlagen in EU-Ländern:

* 22 der 25 EU-Staaten werden am Informationsaustausch über Konteninformationen teilnehmen, um so Steuerhinterziehung zu bekämpfen.

* Luxemburg, Österreich und Belgien leiten keine Daten an andere EU-Staaten weiter und schützen so ihr Bankgeheimnis als Standortvorteil ihrer Finanzplätze. Stattdessen führen sie eine Quellensteuer auf Zinseinkünfte von Nicht-Gebietsansässigen ein. Diese beträgt im kommenden Jahr 15 Prozent, steigt 2008 auf 20 Prozent und im letzten Schritt 2011 auf 35 Prozent. Drei Viertel dieser Einnahmen leiten die Länder an das Wohnsitzland des Anlegers weiter, ein Viertel behalten sie zum Decken ihrer Unkosten.

Anlagen in Nicht-EU-Ländern:

* Die Nicht-EU-Staaten Schweiz, Monaco, Liechtenstein, San Marino und Andorra führen ebenfalls die Quellensteuer nach gleichen Regeln ein.

* Die britischen Überseegebiete und assoziierten Gebiete Anguilla, Cayman Inseln und Montserrat nehmen am Informationsaustausch teil. Die britischen Jungferninseln, Jersey, Guernsey, die Isle of Man und die Inseln Turks und Caicos führen die Quellensteuer für EU-Bürger ein. Die Niederländischen Antillen erheben ebenfalls die Quellensteuer, Aruba gibt Informationen weiter.

DPA

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