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Strompreise: Post vom Stromanbieter: Die dreistesten Preiserhöhungen des Jahres

Eigentlich müssten die Strompreise für Verbraucher derzeit sinken. Trotzdem erhöhen manche Anbieter die Preise für ihre Kunden drastisch. Stiftung Warentest hat einige besonders krasse Fälle recherchiert.

Eigentlich müsste Strom für Kunden derzeit günstiger werden. Doch die Realität sieht oft anders aus.

Eigentlich müsste Strom für Kunden derzeit günstiger werden. Doch die Realität sieht oft anders aus.

Wenn Stromanbieter die Preise anheben, begründen sie dies meist lang und breit mit gestiegenen Einkaufspreisen und höheren staatlichen Abgaben. Aktuell aber sind die Stromanbieter in Erklärungsnot. Denn in diesem Jahr sind nicht nur die Großhandelspreise für gesunken. Auch die Abgaben für die staatliche Ökostromumlage und die Kraft-Wärme-Kopplungs-Umlage sowie die Netzentgelte fallen geringer aus. Damit sind alle wesentlichen Bestandteile des Strompreises 2017 günstiger geworden. Trotzdem werden laut dem Vergleichsportal Verivox zum 1. Januar 2018 nur 49 Grundversorger die Preise senken, 50 Versorger erhöhen den Strompreis sogar.

Verbraucherschützer raten Stromkunden daher zum Wechsel zu einem günstigeren Anbieter. Das Lästige ist nur: Mit einem einmaligen Wechsel ist man der Preiserhöhungsspirale nicht entkommen. Denn die Preisgarantie der Anbieter gilt meist nicht länger als zwölf Monate, danach drohen saftige Erhöhungen. Wie drastisch diese ausfallen können, zeigt eine aktuelle Analyse von Stiftung Warentest. Die Warentester baten Stromkunden im zweiten Vertragsjahr, ihnen die Preiserhöhungsschreiben des vergangenen Jahres zu schicken. Mehr als 60 Leser machten mit - und offenbarten teils brachiale Preismethoden.

Strompreiserhöhungen um 30 Prozent

Einige Anbieter erhöhten die Preise für Kunden im zweiten Vertragsjahr auf einen Schlag um 20 oder sogar mehr als 30 Prozent (bezogen auf den Energiekostenanteil, ohne Berücksichtigung von Umlagen und Netzentgelten). Trauriger Spitzenreiter war ein Kunde aus Rheinland-Pfalz, dessen Anbieter Elogico ihm im März eine von 34 Prozent reindrückte. Aber auch Kunden der Energiediscounter Fuxx und Grünwelt sollten bis zu 32 Prozent mehr für Strom zahlen. "Beim Tarif Grünwelt Pur 12 erhöhte Grünwelt bei allen Lesern unabhängig von Vertragsjahr und Wohnort immer um mehr als 30 Prozent", schreibt "Finanztest".

Die Stromanbieter selbst sprechen darüber ungern. Von 19 angefragten Energieanbietern wollten Stiftung Warentest gegenüber überhaupt nur vier Firmen die Frage beantworten, wie sich die Preise im zweiten Vertragsjahr entwickelt hatten, darunter keiner der oben genannten Preiserhöher. (Mehr über schwarze Schafe unter den Billigstromanbietern lesen Sie hier.) 

Die Beispiele von "Finanztest" zeigen einmal mehr, dass Stromkunden Briefe und Emails ihres Anbieters sorgfältig lesen sollten - denn auch saftige Preiserhöhungen sind oft gut getarnt. Wer von einer Preiserhöhung betroffen ist, hat ein Sonderkündigungsrecht. Will man davon Gebrauch machen, sollte man schnell handeln und per Einschreiben kündigen. Häufig beträgt die Frist nur zwei Wochen.

Mehr Informationen über günstige Strom- und Gastarife sowie Tipps zum Anbieterwechsel gibt es kostenpflichtig unter www.test.de