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Verbraucher: Fehlerhafte Gasrechnungen

Bei einer groß angelegten Kontrolle sind die deutschen Eichämter zahlreichen Fehlern bei der Erstellung von Gasrechnungen auf die Schliche gekommen. Fehlerquelle ist offenbar die komplizierte Umrechnung der Gasmenge.

Bei den Gasrechnungen geht es offenbar nur um Kleinigkeiten, nach Angaben mehrerer Ämter sind keine größeren Schäden für die Gaskunden bekannt geworden. Die Eichämter bestätigten damit einen Bericht der "Bild"-Zeitung, wonach bei einer Kontrolle von 80 Gasversorgern rund 43 Prozent bei der Rechnung Fehler gemacht hätten.

Fehler entsteht bei der Umrechnung

Nach Angaben des gemeinsamen Eichamtes von Hamburg und Schleswig-Holstein haben die Probleme mit der komplizierten Umrechnung der gelieferten Gasmenge in Kilowatt zu tun, die dann auf der Rechnung steht. "Bei uns waren die Fehler sehr gering", sagte Ekkehard Liepthal vom Eichamt in Kiel. Es seien keine Fälle bekannt geworden, in denen Kunden bei der Rechnungssumme spürbar geschädigt worden seien.

Der Landesbetrieb Mess- und Eichwesen Nordrhein-Westfalen hat nach Angaben des zuständigen Geschäftsbereichsleiters Thomas Ueberall bisher keinen konkreten Anlass zum Einschreiten. "Wenn ein Anlass vorläge, hätten wir das schon gemacht", sagte Ueberall in Köln. Der stellvertretende Leiter der Hessischen Eichverwaltung, Günter Karallus, sagte dem HR: "Für Hessen kann ich die Hand ins Feuer legen, dass die Gasrechnungen stimmen."

Bayern führt bei Beanstandungen

Ein Sachbearbeiter im Bayerischen Landesamt für Maß und Gewicht bestätigt zwar, dass rund 43 Prozent der Rechnungen bei der Untersuchung bundesweit beanstandet worden seien. "Das heißt aber noch nicht, dass auch in 43 Prozent der Fälle zu viel abgerechnet wurde". Zum Teil hätten die Verbraucher auch von der falschen Abrechnung profitiert.

Die "Bild" hatte berichtet, der Bund der Energieverbraucher schätze, dass rund 3,6 Millionen Haushalte zu hohe Gasrechnungen erhalten. Verbandsvorsitzender Aribert Peters wird mit den Worten zitiert: "Ein Durchschnittshaushalt muss dadurch möglicherweise bis zu 80 Euro im Jahr zu viel bezahlen."

AP / AP