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Versorgerwechsel: So senken Sie die Gasrechnung

Verbraucher können einiges sparen, wenn sie den Gasversorger wechseln. Derzeit macht das besonders Sinn. Denn mehr als 250 Anbieter erhöhen zur neuen Heizperiode die Preise.

Von Tanja Vedder

Pünktlich zur anstehenden Heizperiode erhöhen wieder viele Gasversorger in Deutschland die Preise. Doch Verbraucher sind nicht gezwungen, dies mitzumachen. Denn bei einer Preiserhöhung gilt auch in der Gasbranche ein Sonderkündigungsrecht.

Mit dem Wechsel zu einem günstigeren Anbieter lassen sich die jährlichen Gaskosten vielerorts um ein Fünftel, ja sogar um ein Viertel reduzieren. Konkret in Zahlen bedeutet das: Ein Haushalt mit vier Personen mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden kann bis zu 250 Euro sparen, , wie Energieexperte Daniel Dodt vom Vergleichsportal Toptarif.de erläutert.

Aufwärtstrend seit 2010

War das Jahr 2009 für die Verbraucher noch günstig, ziehen die Gaspreise seit 2010 wieder kontinuierlich an. Allein in diesem Sommer haben mehr als 100 Grundversorger Preiserhöhungen angekündigt, für September und Oktober ziehen nach aktuellen Berechnungen von Toptarif.de noch einmal mindestens 253 Unternehmen nach – darunter auch viele größere Gasanbieter wie EWE, Eon Avacon, EnBW, die Frankfurter Mainova, aber auch der größte deutsche Ökostromversorger Lichtblick verlangt mehr für sein Ökogas.

Betroffen seien mehr als sechs Millionen Haushaltskunden. Im Schnitt müssen Verbraucher nach der Preisrunde jetzt im Herbst 10,9 Prozent mehr für ihre Gasrechnung zahlen. Für einen vierköpfigen Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden bedeutet das ein Plus von 144 Euro. Mancherorts verlangen die Anbieter aber 20 bis 29 Prozent mehr - auf den Musterhaushalt berechnet wären das in der Spitze sogar mehr als 400 Euro.

Bundesweit zahlen Gaskunden im Schnitt derzeit rund 7 Prozent mehr als noch 2009. Am teuersten ist Gas aktuell in Türingen. Immerhin haben die Platzhirsche RWE und Eon versichert, dass sie ihre Tarife bis Jahresende nicht anheben werden.

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Auf der nächsten Seite erfahren Sie, worauf Sie bei einem Versorgerwechsel achten müssen.

Tipps für Wechselwillige

Versorger, die pünktlich zum 1. Oktober ihre Preise anheben wollen, mussten ihre Kunden bis zum vergangenen Wochenende informieren. Wer ein entsprechendes Schreiben erhalten hat und jetzt wechseln will, sollte sich aber nicht nur nach einem günstigeren Anbieter umschauen. Wichtig ist sicherzustellen, dass der Anbieter nicht ausgerechnet während der Heizperiode doch noch an der Preisschraube dreht. Deshalb empfehlen Verbraucherschützer, auf entsprechend lange Preisgarantien zu achten.

Außerdem gelten wie beim Strom auch beim Gas die Empfehlungen: Nicht zu lange Vertragslaufzeiten und eine Kündigungsfrist von maximal sechs Wochen. So kann der Kunde schnell auf mögliche Preisänderungen des neuen Anbieters reagieren – und gegebenenfalls erneut zu einem günstigeren Versorger wechseln. Derzeit können Kunden zwischen etwa 50 Anbietern wählen, die ihre Preise günstiger gestalten können, weil sie selbst nicht an lange Lieferverträge gebunden sind, sondern sich an Handelsmärkten eindecken.

Eigenen Verbrauch ermitteln

Um den für sich günstigsten Versorger herauszufinden, müssen Gaskunden zunächst einen Blick auf ihre letzte Jahresabrechnung werfen. Dort steht der Jahresverbrauch, der in der Regel in Kilowattstunden abgerechnet wird. Werden stattdessen Kubikmeter angegeben, muss der Verbraucher zunächst den Wert mit Zehn multiplizieren, um die Kilowattzahl herauszufinden.

Diese Zahlen brauchen Sie, um über den stern.de-Vergleichsrechner das aktuell günstigste Angebot zu finden. Aber achten Sie auf eventuelle Haken wie nur sehr kurze Preisgarantien oder für mehrere Jahre geltende Verträge. Den Wechsel können Sie meist ganz einfach per Telefonanruf beim neuen Anbieter oder über das Internet in die Wege leiten. Der neue Anbieter regelt dann alles Weitere – auch die Kündigung beim bisherigen Versorger.

Auf Kündigungsfristen achten

Wichtig ist aber vor allem, dass Sie rechtzeitig kündigen. Für Kunden in der Grundversorgung sollte das kein Problem sein, denn sie kommen monatlich aus ihrem Vertrag heraus. Alle anderen sollten einen Blick in ihre Unterlagen werfen: Die meisten Anbieter sehen nur sehr knappe Sonderkündigungsfristen von zwei Wochen bis zum Ende des Monats vor, in dem die Preiserhöhung angekündigt wurde. Wer also jetzt im August informiert wurde, hat nur noch wenige Tage Zeit, einer höheren Rechnung zu entgehen.