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Warentest: Discounter-Sonderartikel selten Schnäppchen

Discounter locken gerne mit preisgünstigen Sonderartikeln - dabei sind dies selten echte Schnäppchen. Die meisten Produkte sind zwar günstig, in der Qualität aber mittelmäßig.

Sonderartikel der Discounter wie Computer, Inlineskates oder auch Espressomaschinen sind nach Erkenntnissen der Stiftung Warentest nur selten echte Schnäppchen. Wegen teilweise erschreckender Prüfresultate dieser Artikel will die Organisation ihre wöchentlichen Testergebnisse zügig im Internet veröffentlichen. Die meisten getesteten Produkte hätten einen günstigen Preis gehabt, seien aber in der Qualität nur mittelmäßig gewesen, erklärte Warentestvorstand Werner Brinkmann in Berlin. Bei einigen Angeboten habe es erhebliche Mängel gegeben.

Die Stiftung Warentest nahm 2003 insgesamt 225 Produkte unter die Lupe (2002: 157), 67 Untersuchungen entfielen auf Aktionsware der Discounter. Kaum mehr als ein Drittel der geprüften Discounter-Angebote waren empfehlenswert. "Jedes vierte Produkt war schlicht ein Fehlkauf", erklärte Brinkmann. Über die Qualität der Produkte sollen die Verbraucher schnell informiert werden. "Aktuelle Aktionswaren werden jede Woche getestet und die Ergebnisse nach ein bis drei Tagen, noch während des Angebotszeitraums, kostenlos im Internet auf der Homepage veröffentlicht", so Brinkmann.

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Neue Kriterien für Beurteilung

In einem Pilotprojekt soll zu den Warentests künftig auch das soziale und ökologische Verhalten von Unternehmen unter die Lupe genommen werden. Ein scharfer Blick werde darauf gerichtet, wie Unternehmen mit ihren Mitarbeitern umgehen, was sie für den Umweltschutz tun und ob bei Zulieferern die Mindestsozialstandards überwacht werden. Dabei gehe es etwa um Outdoorjacken, Lachs und Waschmittel.

Geprüft werde, ob umweltfreundliches Material verwendet werden oder wie die Arbeitsbedingungen der Zulieferer in Osteuropa und Asien sind, erklärte Brinkmann. Das betreffe den Arbeitsschutz, Kinderarbeit oder auch die Bezahlung von Überstunden. Mit der Bewertung soll die Transparenz erhöht, aber kein Unternehmen an den Pranger gestellt werden. Bei guten Noten hofft Warentest auf einen Nachahmungseffekt bei anderen Unternehmen.

Onlineangebote beider Zeitschriften stärken

Die Verbraucherschützer wollen auch wegen eines anhaltenden Rückgangs des Verkaufs von "test"- und "FINANZtest"-Heften das Onlineangebot stärken. Ab Herbst sollen für 69 Euro die gesamten Onlineangebote beider Zeitschriften und Infodokumente abrufbar sein. Ferner werde das "Handbuch Medikamente" ins Netz gestellt.

Der Umsatz von Warentest ist nach 43,1 Millionen Euro 2002 im vergangenen Jahr auf 40,1 Millionen Euro gesunken. Vom Ministerium für Verbraucherschutz habe es einen Zuschuss von 6,5 Millionen Euro gegeben. Die Zeitschrift "test" habe im Schnitt eine monatliche Auflage von 605.000 Stück gehabt, 20.000 weniger als 2002. Die Gesamtauflage von "FINANZtest" betrage 307.000 Stück, nach 320.000 Exemplaren im Jahr zuvor.

DPA