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Haushalts-Budget: Futter, Tierarzt, Steuer - ein Hunde-Leben verschlingt ein richtiges Vermögen

Oh, wie niedlich! Bei Hundewelpen schmelzen die Herzen, nur wenigen ist bewusst, wie viel Geld das kleine Knäuel eigentlich verschlingt. Wir haben einmal nachgerechnet. Ein Hund kann soviel kosten wie das Studium eines Kindes.

Ein Hund bereichert die Familie emotional, aber das Budget belastet er. 

Ein Hund bereichert die Familie emotional, aber das Budget belastet er. 

Ein Hund ist eine Herzensangelegenheit, aber leider eine sehr teure Leidenschaft. Wir haben die einzelnen Posten von Kauf bis Beerdigung einmal kalkuliert und auf ein Hundeleben hochgerechnet. 

Bei "Anschaffung" des Kleinen gibt es eine gewaltige Preisspanne. Viele Gründe sprechen dafür, einen Hund aus seinem Dasein in einem Tierheim zu erlösen, nebenbei ist das auch die günstigste Variante. Je nach Heim wird eine Art Schutzgebühr zwischen 250 und 350 Euro erhoben. Ebenfalls günstig sind Mischlingshunde aus spontaner Vermehrung. Herrchen oder Frauchen haben den Nachwuchs meist nicht geplant und sind froh die Welpen gegen Schutzgebühr in gute Hände übergeben zu können. Ein Welpe aus einer dubiosen Hundefabrik scheidet schon aus Gründen des Tierschutzes aus.

Tatsächlich lohnt sich so eine Anschaffung auch nicht. Die Massenproduktion von Welpen führt meist zu krankheitsbelasteten Tieren. Die Ersparnis beim Kauf gegenüber dem Preis eines seriösen Züchters wird meist später durch Arztrechnungen mehr als aufgehoben. 

Hund hilft im Haushalt

Zucht ist teuer

Ein Welpe eines seriösen Züchters ist dagegen meist weit teurer und nebenbei bemerkt auch schwieriger zu ergattern. Gerade Hundeneulinge ohne Empfehlungen landen meist nur auf der Warteliste. Der Kauf ist mit Bangen, Mühen und Enttäuschungen verbunden. Hunderassen sind nicht gleich teuer, aber bei einem Rassehund aus guter Zucht muss man für den Kauf über 1000 Euro kalkulieren – für unsere Tabelle setzen 1200 Euro ein – eventuell ergeben sich aus dem Vertrag Folgekosten. Etwa wenn der Züchter auf eine medizinische Untersuchung und ein Gutachten besteht, ob der junge Hund zur Zucht geeignet wäre. Das wären dann noch einmal 600 Euro. 

Steuer und Verscherung

Beim Alter von Bello gehen wir von 14 Jahren aus. Für einen großen Hund ist das etwas lang, ein kleineres Exemplar kann aber durchaus auch 18 Jahre werden. Ohne spezielle Versicherung und ohne Steuer gibt es kein Hundeleben. Die Hundesteuersätze variieren von wenigen Euro jährlich bis zu fast 200 Euro in Mainz. In Städten sollte man mit mindestens 100 Euro rechnen, in Landgemeinden ist das Tier generell billiger. Im Hundeleben werden bei 100 Euro insgesamt 1400 Euro fällig.

Eine Versicherung mit gutem Leistungsumfang kostet etwa 70 Euro im Jahr, macht 980 Euro im Leben. Für Hundezubehör wie Körbchen, Decke, Napf, Halsband und Leine sollte man ebenfalls 100 Euro – 1400 Euro gesamt – einplanen. Wer seinen Schnuffi verwöhnen will, kann hier deutlich mehr ausgeben.

Der Besuch der Hundeschule ist ebenfalls zu empfehlen. Zwei Kurse - je einer für Welpen und einer für Junghunde – kosten etwa 300 Euro.

Der Arzt geht ins Geld

Zu den größten finanziellen Brocken gehören die Tierarztrechnungen. Das Verbraucher-Magazin "Ausgerechnet" des WDR geht von 200 Euro im Jahr für Routineuntersuchungen aus – also 2800 Euro im Hundeleben. Den Recherchen des Magazins zufolge muss man durchschnittlich mit fünf größeren Eingriffen im Hundeleben rechnen, macht satte 6600 Euro. Das scheint eine realistische Annahme zu sein. Braucht ein Hund keine Operation muss man eventuell mit langwierigen Erkrankungen rechnen.

Futter kann sehr teuer werden

Auch beim Hundefutter ist die Preisspanne enorm. Mancher Hund lebt von gutem Trockenfutter für 20 Euro im Monat ausgezeichnet (240 Euro im Jahr bzw. 3360 gesamt). Selbstgekochtes Futter oder Rohfütterung sind wesentlich teurer. Kommt es zu Unverträglichkeiten und muss man daher auf Spezialfutter ausweichen, verzehrt der Racker durchaus auch 120 Euro im Monat bzw. 1440 im Jahr oder 20.000 Euro im Leben.

Stirbt der Hund, benötigt er eine Bestattung – auf dem Tierfriedhof kostet das etwa 200 Euro.

Keine Kontrolle über die Kosten

Bei Anschaffung, Futter und Tierarztkosten gibt es gewaltige Unterschiede. Doch der Halter besitzt nur über die Anschaffungskosten die Kontrolle. Beim Kauf eines Hundes kann er nicht planen, ob sein Hund häufiger Gast beim Tierarzt ist oder auf eine teure Spezialdiät angewiesen sein wird. Gerade bei Haushalten mit knappem Budget sollte man vor Anschaffung eines Tieres genau kalkulieren, ob man diese Worst-Case-Kosten bezahlen kann. Ein anfälliges und kränkliches Tier wird man nicht an einen anderen Besitzer weitergeben können. Der Gang zum Tierheim ist nur Augenwischerei, ein chronisch krankes Tier ist kaum zu vermitteln.

Übersicht über die Grundkosten

Anschaffung3001800
Hundesteuer14001400
Versicherung980980
Hundeschule 280280
Ausstattung14001400
Tierarzt94009400
Futter336020000
Bestattung200200
Gesamtkosten1732035460

Auch bei näherer Betrachtung bewahrheitet sich die alte Daumenregel, dass ein Hund minimal 100 Euro im Monat kostet, man für ein etwas größeres Tier aber durchaus auch 200 Euro im Monat aufwenden muss. Sowohl der Minimalbetrag von 17.320 Euro wie auch der höhere Wert von 35.460 Euro sind nicht zu vernachlässigende Größen in der Budgetplanung, wenn sie sich auch auf 14 Jahre verteilen. Um den Betrag einmal einzuordnen: 35.000 Euro sind in etwa die Kosten, die ein Elternpaar beim Studium eines Kindes schultern muss. 

Da geht noch mehr ...

Bisher sind lediglich die Grundkosten des Vierbeiners genannt worden. In den meisten Fällen sind die tatsächlichen Ausgaben weit höher. Die einen verwöhnen den Hund mit Kau-Spielzeug, Deckchen und Leckerli, andere entdecken den Hundesport-Agility – beides treibt die Kosten nach oben.

Typische weitere Hunde Kosten sind etwa:

Hundesitter bzw Hundepensionen im Urlaub

Oder Mehrkosten für Urlaub mit Hund

Abdeckungen und Einstiegshilfen für den Pkw

Ein größerer Wagen, um den Hund zu transportieren

Hundefriseur  


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