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Tierquälerei Nach Odyssee auf See – 850 Kühe sollen in Spanien getötet werden

Die Kühe stehen in ihrem Mist
Die Kühe stehen in ihrem Mist
© Handout
Mehr als 850 Kühe, die monatelang an Bord eines Schiffes über das Mittelmeer wanderten, sind nicht mehr transportfähig und sollen getötet werden. Das offenbart ein vertraulicher Bericht von spanischen Regierungstierärzten, der von der Agentur Reuters eingesehen wurde.

850 Kühe haben eine schreckliche Odyssee hinter sich und nun sollen sie auch noch getötet werden, das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Unter "höllischen Bedingungen" waren die Rinder zwei Monate auf See. Sie wurden auf die "Karim Allah" gebracht und konnten sie nie wieder verlassen. In zwei Monaten fand sich kein Käufer, mehrere Länder weigerten sich, die lebende Fracht entgegenzunehmen, denn es gab das Gerücht, dass die Tiere an der Blauzungenkrankheit litten.

In der vergangenen Woche hatte das Schiff des Leidens im südostspanischen Hafen von Cartagena festgemacht, dort wo es vor zwei Monaten aufgebrochen war. Das Schiff verließ ursprünglich Cartagena, um die Rinder in die Türkei zu liefern. Aber die Behörden dort blockierten die Lieferung und setzten den Import von lebenden Tieren aus Spanien aus, weil sie eine Infektion mit der Blauzungenkrankheit befürchteten. Danach wurde das Schiff zu einem internationalen Paria. Mehrere Länder verweigerten dem Schiff die Einreise. Es war nicht mal möglich, Futtermittel nachzufüllen, sodass die Kühe mehrere Tage hungern und nur mit Wasser auskommen mussten. Die Experten des Landwirtschaftsministeriums zählten 864 lebende Tiere an Bord. Zweiundzwanzig Kühe verendeten schon auf See, zwei Kadaver befanden sich noch an Bord. Die anderen Kadaver wurden zerhackt und während der Fahrt über Bord geworfen, so ihr Bericht.

Angst vor Krankheit

Auch Tierärzte gingen an Bord und waren geschockt. Sie empfehlen nun, die Tiere zu töten. Eine Euthanasie wäre die beste Lösung für ihre Gesundheit und ihr Wohlergehen, heißt es. Unklar ist bislang, ob die Rinder die Blauzungenkrankheit haben. "Es wird nicht einmal erwähnt, was sehr überraschend ist", sagte Miquel Masramon, ein Anwalt, der den Schiffseigner vertritt, der Agentur Reuters. Die "Karim Allah" ist im Libanon registriert. "Mein Eindruck ist, dass sie auf jeden Fall mit dem Schlachten und der Vernichtung der Tiere fortfahren werden und es für uns schwierig sein wird, dies zu verhindern."

Die Kühe haben nach der "höllischen" Überfahrt wahrscheinlich schwere gesundheitliche Probleme, sagte auch die Tierschützerin Silvia Barquero, Direktorin der NGO Igualdad Animal. "Was ist mit den Abfällen passiert, die all diese Tiere zwei Monate lang produziert haben? Wir sind sicher, dass sie unter inakzeptablen sanitären Bedingungen leben." Der ganze Fall ist auch darum kaum lösbar, weil die Eigentumsverhältnisse so kompliziert sind. Der Schiffseigner war nur für den Transport in die Türkei zuständig, der Exporteur lehnt jede Verantwortung ab, da er die Tiere rechtsgültig verkauft habe, ein zweites Schiff, die "El Beik", war ebenfalls im Dezember von Spanien aus mit einer Ladung von fast 1800 Kühen in See gestochen. Es liegt derzeit vor dem türkisch-zypriotischen Hafen von Famagusta vor Anker.


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