Wincor Nixdor Zweiter Börsengang 2004 geglückt


Die Aktien des Geldautomaten-Herstellers Wincor Nixdorf wurden am Mittwoch erstmals gehandelt. Die Aktie klettere über den Ausgabepreis von 41 Euro - allerdings blieb das Interesse niedriger als erwartet.

Der Hersteller von Bankautomaten- und Kassensystemen, Wincor Nixdorf, ist bei seinem Börsendebüt verhalten gestartet. Der Ausgabepreis der Aktie lag bei 41 Euro und damit am unteren Ende der Emissionsspanne zwischen 41 und 50 Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. In den ersten Handelsstunden stieg der Kurs bei einem insgesamt positiven Markt auf 41,63 Euro.

Solides Geschäftsmodell

Vorstandschef Karl-Heinz Stiller erklärte, der Emissionspreis sei unter den aktuellen Bedingungen angemessen. Es war der zweite Börsengang seit rund eineinhalb Jahren und mit etwa acht Millionen Aktien der erste größere. "Dass uns der Börsengang im gegenwärtig kritischen Kapitalmarktumfeld gelungen ist, zeigt, dass die Anleger unverändert an Unternehmen mit einem soliden Geschäftsmodell und guten Wachstumsperspektiven interessiert sind", sagte der Vorstandschef.

Die rund acht Millionen platzierten Aktien brachten einen Erlös von 327 Millionen Euro. Davon fließen 102 Millionen Euro dem Unternehmen zu, das damit seine Schulden senken will, um mehr Spielraum für weiteres Wachstum zu erlangen. Der größte Teil des Geldes aus dem Börsengang geht an die beiden Kapitalbeteiligungsgesellschaften Kohlberg Kravies Roberts und Goldman Sachs Capital Partners, die das Unternehmen 1999 Siemens abgekauft und international neu ausgerichtet hatten. Ihr Anteil an dem Unternehmen hat sich mit dem Börsengang von rund 89 Prozent auf etwa 43 Prozent verringert.

Europas Nummer zwei bei Geldautomaten

Sollte die Mehrzuteilungsoption über weitere rund 1,2 Millionen Aktien ausgeübt werden, werde der Anteil auf etwa 36 Prozent sinken, erklärte das Unternehmen. In den nächsten Wochen werde über eine Ausübung der Option entschieden. Wincor Nixdorf ist nach eigenen Angaben in Europa die Nummer Zwei bei Geldautomaten und die Nummer eins bei programmierbaren elektronischen Kassensystemen. Das Unternehmen beschäftigt weltweit annähernd 5.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2002/2003 einen Umsatz von 1,4 Milliarden Euro und ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) von annähernd 103,8 Millionen Euro.

Erst am Montag war der Mitteldeutsche Fahrradhersteller MIFA an der Börse gestartet. Bei der dreifach überzeichneten Emission waren 1,5 Millionen Aktien angeboten worden. Trotz der deutlichen Kursverluste an den Aktienmärkten an diesem Tag hatte das Papier zugelegt.

DPA

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