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Geschichte: Karriere der Kohle

Von subtropischen Urwäldern vor 300 Millionen Jahren über erste Förderung im 13. Jahrhundert bis zum Subventionsabbau in unserer Zeit.

Am Anfang war Wald

Vor 300 Millionen Jahren wachsen im heutigen Westfalen bei subtropischem Klima Urwälder. Immer wieder sinkt der Boden ab, Schlamm und Geröll überschwemmen die Wälder. Unter Luftabschluss, Druck und Hitze entstehen aus den Pflanzen Kohleschichten.

Lizenz zum Fördern

Seit

Ende des 13. Jahrhunderts

schürfen die Menschen an der Ruhr die Steinkohle.

1766

erlässt Friedrich der Große eine "Revidirte Bergordnung": Künftig muss jeder, der Steinkohle fördern will, eine Lizenz beantragen. Das gleichzeitig eingeführte Generalprivilegium befreit die Bergleute vom Militärdienst.

Mit Dampf abwärts

Um 1800

: Dampf-maschinen revolutionierenden Bergbau. Mit ihnen wird das Grundwasser abgepumpt. Die Bergleute dringen immer weiter in die Tiefe und können auch die wertvolle Fettkohle abbauen.

Lift ins Erdreich

1858

: Fahrstühle halten Einzug. Das Oberbergamt genehmigt sie auf allen Schachtanlagen im Ruhrrevier. Die Fahrt auf eine Tiefe von 200 Metern dauert nur noch ein bis zwei Minuten. Selbst Pferde, die unter Tage als Zugtiere arbeiten, werden abgeseilt.

Der frühe Boom

Um 1900

: Die Zechen im Ruhrgebiet fördern jährlich 60 Millionen Tonnen Steinkohle - 50 Jahre zuvor waren es 1,9 Millionen. Der Bergbau bestimmt das Leben.

Die Krise beginnt

1958

: Das Wirtschaftswunder hat der deutschen Steinkohle das vorerst letzte Hoch beschert, doch es gibt Anzeichen der Krise. Öl und Importkohle werden zur ernsten Konkurrenz. 12,3 Millionen Tonnen Kohle liegen auf Halde, die Kumpel müssen erstmals Feierschichten fahren.

Der Staat greift ein

1968

: Das Zechensterben zwingt den Bundestag, die Bergbauwirtschaft neu zu ordnen, die Ruhrkohle AG wird gegründet.

1974

wird der Kohlepfennig beschlossen, der den Stromerzeugern die Mehrkosten für die Nutzung deutscher Kohle ersetzt.

Abschied auf Raten

2003

: Auf dem Steinkohletag in Essen kündigt Kanzler Schröder an, dass der Bund die Steinkohle bis 2012 noch mit 15,9 Milliarden Euro subventionieren will. Die Fördermenge soll von 26 Millionen Tonnen 2005 auf 16 Millionen Tonnen im Jahr 2012 sinken

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