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Verrücktes Kreditangebot: Einfach eine Immobilie kaufen - Avocado-Toast gibt's gratis dazu

Die Millennials verjubeln ihre Kröten für Hipster-Snacks wie Avocado-Toast statt Häuser zu kaufen, polterte jüngst ein Immobilien-Mogul. Unverantwortlich! Wenig überraschend, dass ein Kredit-Start-up jetzt beides anbietet. 

Avocado-Toast oder Immobilie?

Avocado-Toast oder Immobilie?

Schluss mit Avocado! Nie mehr Mate-Tee, keine Schischi-Kaffees und diese ständigen Restaurantbesuche. Das muss aufhören. Echt! Aus, vorbei. Das zumindest monierte kürzlich der australische Immobilien-Mogul Tim Gurner in einem Interview. Wer seine Geld für Alltagsluxus verpulvert, kann ja gar nicht spießig sein Reihenendhaus finanzieren. Wer aber hart arbeitet und brav spart, könne sich auch eine Immobilie leisten, so Gurner. 

Der liebe Herr Gurner zog damit natürlich den Zorn und Spott einer ganzen Generation auf sich. Offenbar hat der gute Mann schon seit sehr langer Zeit nicht mehr Mieten in der Innenstadt zahlen müssen. Oder die gestiegenen Energiekosten zu spüren bekommen. Weltfremdes Geschwätz - so kann man den Tenor der Kritik zusammenfassen. So ist das eben mit den Generationskonflikten. 

Immobilienkauf mit Avo-Toast

Blöd nur, dass der Millionär selbst erst 35 Jahre alt ist (Und damit per Definition noch zu der Millennials-Generation dazu zählt) und den Grundstein seines Vermögens das gepumpte Geld von Opa bildete. Dennoch: Sein Avocado-Toast steht seit einigen Monaten für das Spannungsverhältnis aus Lebenslust der Millennials und der Spar-Notwendigkeit dieser Generation.

Dass man bei so einer Steilvorlage nicht lange darauf warten muss, bis ein Unternehmen reagiert, war klar. In diesem Fall ist es SoFi, ein gehyptes Kredit-Start-up aus den USA. Denn wer im Juli dort einen Immobilienkredit abschließt, bekommt einen Monat Gratis-Avo-Toast. Haus kaufen und sich geschmierte Brote liefern lassen. Klingt irre - ist es auch. 

Aber vielleicht ist die Offerte erst der Anfang, um die angeblich verzogene Generation der Dauerparty- endlich zum Spießertum zu bewegen. Eigentlich kann es gar nicht mehr lange dauern, bis Lebensversicherer ihre Verträge mit einem lebenslangen Vorrat Mate-Tee attraktiver gestalten. Bartpflege-Produkte würden auch die Riester-Rente aufpeppen. Und wenn glutenfreie Quinoa-Dinkel-Bratlinge vor den Wahlämtern verteilt werden, steigt bestimmt auch die Wahlbeteiligung. 

Dass die explodierenden Immobilienpreise junge Menschen mit befristeten Arbeitsverträgen einfach abschrecken, darauf scheint bisher niemand gekommen zu sein. Weder Herr Gurner, noch die Kreditbude.

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