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Haus aus dem Drucker: Dieses Haus kostet nur 4000 Euro und soll die Obdachlosigkeit bekämpfen

Das Musterhaus von Icon sieht schmuck aus und bietet Platz für eine Familie. Das Start-up will mit seinen Häusern weltweit die Wohnungsnot bekämpfen. Im ersten Projekt wird eine Siedlung mit 100 Einheiten entstehen.

Die umlaufende Veranda und das Dach lassen das Häuschen größer erscheinen, als es ist.

Die umlaufende Veranda und das Dach lassen das Häuschen größer erscheinen, als es ist.

Überall auf der Welt leben Menschen ohne ein richtiges Dach über dem Kopf. Das Start-up Icon aus Austin, Texas, will das ändern. Icon hat ein Verfahren entwickelt, mit dem ein einstöckiges kleines Haus mit 60 Quadratmetern Wohnfläche in nur einem halben Tag fertiggestellt wird. Dazu wird nicht mit der Hand gebaut, der Zement für die Gebäude kommt aus einem 3-D-Drucker. Noch kosten die Häuser 10.000 Dollar, der Preis soll bei Serienfertigung aber auf 4000 Dollar sinken. Schon nächstes Jahr soll eine Siedlung mit etwa 100 Häusern in El Salvador entstehen.

In einer schriftlichen Erklärung von Icon heißt es: "Während der letzten Jahrzehnte hat es große Fortschritte in dem Bereich der persönlichen Technologie gegeben, doch die Praktiken auf den Baustellen sind seit den 1950er Jahren fast unverändert. Icon will dies ändern und eine neue Ära des Bauens einleiten."

Zuerst will man sich auf billige, kleine Häuser konzentrieren. So soll die Wohnungsnot in ländlichen Gebieten und in den ärmeren Ländern bekämpft werden. "Es ist viel billiger als das typische amerikanische Haus", sagt Jason Ballard, einer der drei Gründer von Icon, dem Portal "The Verge". Das ist etwas untertrieben, das Icon-Haus kostet nicht mehr als ein Wohnwagen. Und dafür bietet das erste Musterhaus ein Wohnzimmer, ein Schlafzimmer, ein Badezimmer und eine geschwungene Veranda. Die Pläne für die Häuser können einfach variiert werden. Der Drucker lädt die Daten aus dem Netz und legt dann los. Der verwendete Vulcan-Drucker kann allerdings nicht beliebig große Häuser herstellen, um das zu erreichen müsste die Kapazität und die Reichweite des Druckerarms vergrößert werden.

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Haus gegen Obdachlosigkeit überall einsetzbar

Die Häuser sehen von außen ganz konventionell aus. Mit Absicht. Icon will zukünftige Bewohner nicht mit einem Entwurf verschrecken, der von außen wie eine experimentelle Yoga-Hütte aussieht. Auch die Verwendung von Zement als Baumaterial vermeidet Experimente und ist darauf angelegt, dass der Drucker an jedem Ort der Welt loslegen kann. Das solide und bekannte Material soll die Bewohner von der Stabilität der Konstruktion überzeugen. 

Fundament, Boden und Wände werden in einem Guss von dem Drucker erstellt, nur das Holzdach wird konventionell gedeckt. Nach dem Rohbau müssen Fenster, Türen und Installationen von Handwerkern hinzugefügt werden.

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