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Probleme mit der Ratenzahlung: Wenn der Haustraum zu platzen droht

Wenn man die Raten für den Immobilienkredit nicht mehr bezahlen kann, wird das Traumhaus zum Alptraum. Doch Verzweifeln hilft nicht weiter. Wie Sie das Beste aus dieser schwierigen Situation machen.

Von Daniel Bakir

Wenn die Belastung durch den Immobilienkredit zu hoch wird, braut sich Unheil zusammen

Wenn die Belastung durch den Immobilienkredit zu hoch wird, braut sich Unheil zusammen

Nie mehr Miete zahlen und ein echtes zu Hause: Mit den eigenen vier Wänden erfüllen sich viele ihren Lebenstraum. Manchmal aber hält das Leben unliebsame Überraschungen bereit, die diesen Traum zum Platzen bringen können. So wie bei Herrmann und Luisa Franzen* aus Hamburg. Für die beiden Mittvierziger lief es eigentlich ganz gut: sie Beamtin im mittleren Dienst, er Angestellter bei einer Sicherheitsfirma. Das gemeinsame Haus sollte das Glück komplettieren, mit zwei Einkommen war die Finanzierung kein Problem. Doch dann verlor Herrmann seinen Job - und plötzlich war die monatliche Kreditrate von 1100 Euro nicht mehr zu stemmen.

Was nun? Hilfe fanden die Franzens bei Kerstin Föller in der Schuldnerberatung der Verbraucherzentrale Hamburg. Die Beraterin kennt solche Fälle zur Genüge: "Arbeitslosigkeit ist neben der Trennung vom Partner der häufigste Grund für Schwierigkeiten beim Hauskredit", sagt Föller. Ihr grundsätzlicher Rat: "Sobald man weiß, dass man nicht mehr zahlen kann, sollte man aktiv auf seine Bank zugehen." Denn nichts ist schlimmer als den Kopf in den Sand zu stecken und die fälligen Raten einfach nicht mehr zu bezahlen. Im schlimmsten Fall droht die Zwangsversteigerung des Hauses und möglicherweise sogar eine Privatinsolvenz.

"Besser handeln als behandelt werden", sagt auch der auf Umschuldungen spezialisierte Finanzmakler Antonius Schöning. Er rät, das persönliche Gespräch mit dem zuständigen Bankberater zu suchen - und zwar möglichst bevor man mit den Raten in Verzug kommt. Wer offen auf seine Hausbank zugehe, könne in der Regel mit Kooperationsbereitschaft rechnen, sagt Schöning: "Die Banken sind nicht heiß darauf Zwangsmaßnahmen einzuleiten, weil das für sie Mühen und Kosten verursacht."

Schöning empfiehlt, mit offenen Karten zu spielen und der Bank zu erklären, warum man den Kredit nicht mehr bedienen kann. Besteht die Aussicht, dass der finanzielle Engpass nur vorübergehend ist, kann die Bank die Tilgungsraten senken oder aussetzen, sodass die Belastung kurzfristig sinkt. Auch die Stundung der Raten ist manchmal möglich. "In 95 Prozent der Fälle findet man eine Lösung", sagt Schöning.

Zwangsversteigerung unbedingt vermeiden

Die Lösung kann auch darin bestehen, das Haus zu verkaufen. In diesem Fall ist es wichtig, dass dies nicht durch eine Zwangsversteigerung passiert. Denn dadurch lassen sich meist deutlich geringere Preise erzielen als bei einem regulären Verkauf. Zudem wird die Zwangsversteigerung bei der Schufa vermerkt, sodass es extrem schwierig wird, künftig erneut einen Kredit zu bekommen. Gespräche mit dem Bankberater helfen auch hier weiter: "In der Regel gewähren die Banken ein halbes Jahr Aufschub, um einen Käufer zu finden", sagt Verbraucherschützerin Föller. Schließlich hat das Geldinstitut ebenfalls ein Interesse an einem hohen Erlös, um sein Geld wieder zu bekommen.

Ist der mit dem Hausverkauf erzielte Erlös geringer als die Schuld bei der Bank, muss der Schuldner trotzdem auch die Differenz zurückzahlen. Selbst auf sein Einkommen kann die Bank bis zu bestimmten Grenzen zurückgreifen. Ist abzusehen, dass der Kredit nicht innerhalb der nächsten Jahre zurückgezahlt werden kann, bleibt als letzter Ausweg die Privatinsolvenz. Nach sieben Jahren wird hier die Restschuld erlassen. Allerdings sinkt der Schufa-Wert so tief, dass man wohl nie wieder irgendwo einen Kredit bekommt. "Selbst einen Handyvertrag abzuschließen, wird dann schwierig", sagt Experte Schöning.

Herrmann und Luisa Franzen aus Hamburg konnten mit der Bank eine Aussetzung der Tilgung vereinbaren. Sie haben nun 300 Euro mehr im Monat zur Verfügung, um die notwendigen Dinge des Alltags zu bezahlen. Das Haus werden sie trotzdem verlieren. Aber immerhin gewährte die Bank ihnen ein Jahr Zeit einen Käufer zu finden und sich eine neue Wohnung zu suchen.

Gebühren der Bank kontrollieren

Ist die Hausfinanzierung tatsächlich nicht mehr zu retten, sollten Sie die Abrechnung der Bank genau kontrollieren. Denn für geplatzte Immobilienkredite berechnen die Institute teilweise mehr Gebühren als ihnen zustehen. Anfang 2013 verhandelte der Bundesgerichtshof den Fall einer Familie aus Nordrhein-Westfalen. Die Familie konnte den Hauskredit nicht mehr bedienen, sodass die Bank das Darlehen kündigte. Zusätzlich zur Restschuld verlangte das Geldinstitut noch Verzugszinsen und eine Vorfälligkeitsentschädigung.

In der mündlichen Verhandlung ließ das Gericht aber erkennen, dass zumindest der letzte Posten auf der Rechnung nicht in Ordnung sei. Weil die Bank ein Grundsatzurteil scheute, zahlte sie der Familie die rund 17.000 Euro Vorfälligkeitsentschädigung zurück, ohne dass ein Urteil gesprochen wurde. Die Verbraucherzentralen empfehlen allen, denen es genauso geht, die Vorfälligkeitsentschädigung samt Zinsen zurückzufordern. Musterbriefe gibt es auf der Internetseite der Stiftung Warentest.

*Namen geändert

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.