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Solaranlagen fürs Dach: Für wen sich Sonnenstrom noch lohnt

Der Bund kürzt die Solarförderung, um die Kosten der Energiewende zu begrenzen. Auch für kleine Dachanlagen fürs Eigenheim sinkt die Rendite dadurch deutlich. Für wen sich eine Anlage dennoch lohnt.

Von Peter Neitzsch

Für Hausbesitzer sind es schlechte Nachrichten: Die Bundesregierung hat die Solarförderung so stark gekürzt wie noch nie seit Beginn der Subvention. Der Grund: Die Milliardenförderung für Sonnenstrom zahlen die Bürger über die sogenannte EEG-Umlage mit der Stromrechnung. Einen Durchschnittshaushalt kostet die Solarförderung rund 70 Euro im Jahr. Der Rekordzubau von 7500 Megawatt im Jahr 2011 hat die Kosten noch einmal steigen lassen.

In der Folge hat die Regierung die im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgeschriebenen Fördersätze zusammengestrichen. Am Donnerstag hat der Bundestag die Novelle des EEG mit der Mehrheit der Koalition beschlossen. stern.de erklärt, wer von den Kürzungen betroffen ist und für wen es sich dennoch lohnt, eine Solaranlage zu installieren.

Wie viel Geld gibt es künftig noch für Solarstrom?

Neue Solaranlagen auf dem Hausdach müssen künftig mit 20 Prozent weniger an Förderung auskommen. Für große Solarparks wird die Förderung gar um bis zu 40 Prozent gekürzt. Für die Solarfabriken gibt es demnach nur noch 13,5 Cent je Kilowattstunde Sonnenstrom. Für Anlagen bis 1000 Kilowatt beträgt die Einspeisevergütung künftig 16,5 Cent, für Dachanlagen immerhin noch 19,5 Cent. Zum Vergleich: Anfang 2011 waren es noch rund zehn Cent mehr. Zudem soll nach der neuen Regelung nur noch 90 Prozent des Stroms zu den garantierten Preisen abgenommen werden, bei Kleinanlagen sogar nur 80 Prozent. Der Rest muss selbst verbraucht oder zu normalen Strompreisen vermarktet werden.

Ab wann gelten die niedrigeren Vergütungssätze?

Der einmalige Einschnitt bei den garantierten Abnahmepreisen, je nach Anlagengröße zwischen 20 und 40 Prozent, soll bereits ab dem 1. April 2012 greifen. Die Hoffnungen der angeschlagenen Solarbranche und der Opposition ruhen nun auf dem Bundesrat, der die Einschnitte noch stoppen könnte. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz ist zwar nicht zustimmungspflichtig, mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit der Länderkammer gegen den Gesetzentwurf wäre das Vorhaben aber ausgehebelt. Vor allem unionsregierte ostdeutsche Bundesländer mit ihren Solarfirmen sehen die Beschlüsse kritisch. Entscheiden will der Bundesrat im Mai.

Sind weitere Kürzungen geplant?

Ja. Zwischen Mai und Oktober wird die Förderung für alle neu installierten Anlagen jeden Monat zusätzlich um ein Prozent gekürzt. Das sind das je nach Größe der Anlage in etwa 0,15 Cent pro Kilowattstunde. Ab November richtet sich die Kürzung dann jeweils nach der Höhe des Zubaus in den Monaten davor. Maximal soll sie auf das Jahr gerechnet 29 Prozent betragen. Die Regierung will so bis 2013 den Ausbau der Sonnenenergie auf 2500 bis 3500 Megawatt pro Jahr begrenzen. Ab 2014 soll der Ausbau um weitere 400 Megawatt jährlich sinken.

Sind auch alte Anlagen von den Kürzungen betroffen?

Nein. Da die Vergütungen auf 20 Jahre garantiert werden, sind alte Anlagen nicht betroffen. Die Höhe der Einspeisevergütung richtet sich nach dem Zeitpunkt des Anlagenbaus. Die Sondervergütung endet nach Ablauf des Förderzeitraums, aber das Einspeiserecht bleibt: Die Betreiber können ihren Strom entweder selbst verbrauchen oder zum dann geltenden Marktpreis verkaufen. Eine gut gepflegte Anlage kann durchaus weit über 30 Jahre Strom produzieren, auch wenn die Leistung im Laufe der Zeit etwas nachlässt.

Lohnt es sich jetzt noch, eine Solaranlage zu installieren?

Bei einer Vergütung von nur 19,5 Cent für kleine Dachanlagen müssen Hausbesitzer künftig genau kalkulieren, ob sich eine Anlage noch rechnet. Das hängt auch von der persönlichen Situation ab: Wie lange wollen Sie in dem Haus noch leben? Haben Sie das Geld übrig oder müssten Sie einen Kredit aufnehmen? Soll das Hausdach ohnehin gemacht werden? Angesichts von Strompreisen für die Endkunden um 26 Cent je Kilowattstunde könnte es sich lohnen, den Strom vom Hausdach nicht in das Stromnetz einzuspeisen, sondern für den Eigenverbrauch zu nutzen. Was beim Eigenverbrauch zu beachten ist, hat der Bundesverband Solarwirtschaft in einer Broschüre zusammengefasst. Die Rendite hängt vor allem davon ab, wie sich die Kosten für Dachanlagen in Zukunft entwickeln. 2011 wurde der Boom maßgeblich durch den Preisverfall befeuert: Weil der Markt von Billigmodulen aus China überschwemmt wurde, sind die Kosten drastisch gesunken.

Was ist der Unterschied zwischen Photovoltaik- und Solarthermieanlagen?

Wer mit Sonnenenergie Strom erzeugen möchte, braucht eine Photovoltaik-Anlage. Mit der Solarthermie-Technologie lässt sich lediglich Wärme für den Eigenverbrauch erzeugen - für Warmwasser und Heizung. Unter Umständen lässt sich in den Sommermonaten so mit Sonnenkollektoren der gesamte Warmwasserbedarf eines Haushalts decken. Bei der Photovoltaik werden die stromproduzierenden Solarzellen zu einem Solarmodul verbunden. Die Zellen bestehen meist aus Silizium, das einen hohen Wirkungsgrad hat - also mehr Strom liefert - aber relativ teuer ist. Billiger sind sogenannte Dünnschichtmodule mit einem geringeren Wirkungsgrad. Generell gilt: Je weniger Dachfläche zur Verfügung steht, desto effizienter müssen die Module sein. Unabhängig davon sollte stets auf die Qualität der Anlage geachtet werden. Hier hilft der Photovoltaik-Anlagenpass.

Wie viel kostet eine Solaranlage?

Eine Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von 1000 Watt unter optimalen Bedingungen (Kilowattpeak) kostet derzeit etwa 2250 Euro. Damit lassen sich im Jahr rund 800 bis 1000 Kilowattstunden Strom produzieren, etwa ein Fünftel bis ein Viertel des Verbrauchs einer vierköpfigen Familie. Wer sich komplett selbst versorgen will, muss für die Photovoltaikanlage mit Kosten von 9.000 bis 11.000 Euro rechnen. Der Preis für eine Solarthermie-Anlage ohne Heizungsfunktion für einen Vier-Personen-Haushalt liegt zwischen 4000 und 5000 Euro - einschließlich Mehrwertsteuer und Montage.

Betrieb und Wartung der Anlage verursachen jährlich Kosten, die etwa ein Prozent der Investitionssumme ausmachen. Hinzu kommen die Zinsen für den Kredit, der unter Umständen aufgenommen werden muss. Günstige Darlehen sind beispielsweise bei der Förderbank KfW erhältlich. Hier erhalten Sie einen Überblick über die Förderprogramme der Bundesländer und der Kommunen.

Worauf muss ich noch achten?

Eine Solaranlage mit einer Spitzenleistung von 1000 Watt benötigt etwa eine Dachfläche von sechs bis zehn Quadratmetern. Um die vierköpfige Beispielfamilie zu versorgen sind also mindestens 30 bis 40 Quadratmeter nötig. Der erzeugte Strom wird jedoch unabhängig vom eigenen Bedarf in das allgemeine Stromnetz eingespeist, weshalb sich auch kleinere Anlagen rentieren können. Es gilt: Je mehr Sonneneinstrahlung eine Anlage erhält, desto eher rechnet sie sich. Am besten für eine Solaranlage geeignet ist eine Dachfläche mit einer Neigung von 20 bis 60 Grad (als optimal gelten 30 Grad), die nach Süden zeigt. Auch Dächer mit südöstlicher oder südwestlicher Ausrichtung sind noch für Photovoltaik-Anlagen geeignet. Mit speziellen Rahmen lassen sich optimal ausgerichtete Solarpanels auch auf Flachdächern installieren. Wichtig ist, dass keine Bäume oder Häuser Schatten auf die Solarzellen werfen.

Müssen die Einnahmen versteuert werden?

Wer Solarstrom ins Netz einspeist, gilt als Gewerbetreibender und muss seine Gewinne versteuern und eine Umsatzsteuererklärung abgeben. Kleinunternehmer können sich zwar von der Umsatzsteuerpflicht befreien lassen, allerdings besteht dann nicht mehr die Möglichkeit, sich die Umsatzsteuer für Material und Installation vom Finanzamt erstatten zu lassen. Davon unabhängig kann die Investitionssumme über 20 Jahre abgeschrieben werden. Den vorrausichtlichen Gewinn, der sich derzeit abhängig vom Standort mit einer Photovoltaik-Anlage erzielen lässt, können Sie hier errechnen.

Sollte die Solaranlage versichert werden?

Um vor Schäden geschützt zu sein, sollte eine Anlage versichert werden. Sowohl eine Photovoltaik- als auch eine Solarthermie-Anlage kann über eine Wohngebäudeversicherung gegen Sturm-, Feuer- oder Blitzschäden abgesichert werden. Einige Versicherer bieten auch eigens Photovoltaik-Versicherungen an, die beispielsweise auch gegen den Ausfall der Anlage versichern.

Wie viel Strom wird bereits durch Solarenergie produziert?

Insgesamt sind in Deutschland Solaranlagen mit einer Kapazität von 25.000 Megawatt installiert. Bei voller Sonneneinstrahlung entspricht das theoretisch der Leistung von 18 Atomkraftwerken. Die viel geäußerte Kritik: Nur ein Fünftel des in Deutschland produzierten Ökostroms stammt aus der Photovoltaik, die aber für fast die Hälfte der Förderkosten verantwortlich ist. Insgesamt ist der Beitrag der Sonnenenergie zum Energiemix eher gering: Im Jahr 2011 kamen etwa 3,8 Prozent des Stroms aus Solarenergie.

Von Peter Neitzsch
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.